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Aus Bösem Gutes gemacht

Erstellt von Joachim Schwitalla | |   Stiftskirche

Seit gestern ziert die Gebetsnische in der Stiftskirche ein neues Kreuz. „Ich bin sprachlos. Ein tolles Vater-Sohn-Projekt“, staunte Citypfarrer Stefan Bergmann nicht schlecht, als Julian Voß das von ihm aus Kiefernholz gefertigte schlichte Kreuz auf einem Sockel aus Naturstein in der Nische platzierte.

Was war geschehen? Drei Wochen ist es her, da wurde aus der Stiftskirche am helllichten Tag ein Bronzekreuz gestohlen. Als RHEINPFALZ-Fotograf Reiner Voß seinem Sohn Julian davon berichtete, war der Zehnjährige entsetzt. „So etwas macht man doch nicht.“ Der Junge kannte die Gebetsnische, in der das Kreuz seinen Platz hatte, von früheren Besuchen in der Stiftskirche.

Als der Papa seinen Sohn fragte, ob dieser sich vorstellen könne, ein Kreuz für die Gebetsnische zu bauen, rannte er bei ihm offene Türen ein. Hatte Julian doch für seine Patchworkschwester Lisanne zu deren Konfirmation bereits ein kleines Holzkreuz als Geschenk angefertigt. Für Julian, der sich in der Garage eine kleine Werkbank eingerichtet hat, die Gelegenheit, etwas Gutes zu tun. Kaum hatte der Vater das Kantholz besorgt, machte sich Julian mit Säge, Dremel, Stechspatel, Schleifpapier, Schraubstock und Kleber an die Arbeit.

Das Werkstück kann sich sehen lassen: ein perfekt bearbeitetes Holzkreuz, für dessen Standfestigkeit der Papa seinem Sohn im Natursteinwerk Müller einen hellen Sandstein als Sockel besorgte. Mit Bohrer und Feile arbeitete Julian mittig eine Kerbe heraus.

Erfinder will er einmal werden. Das Zeug dazu hat der Junge, der die vierte Klasse der Grundschule Betzenberg besucht und im neuen Schuljahr an die IGS Bertha von Suttner wechseln wird. Glücklich und dankbar über den raschen Ersatz des Kreuzes aus Naturmaterialien ist Stefan Bergmann. Opferstock, Kupferblech, Kerzenständer und jetzt das neue Holzkreuz: „Gegenstände, mit denen Menschen der Stiftskirche etwas Gutes getan haben.“

Joachim Schwitalla

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