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Heute schon an Morgen denken

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Es lohnt sich, auch in jungen Jahren an eine eigene Pflegebedürftigkeit zu denken und nicht abzuwarten, bis irgendwann das Alter an die Tür klopft. Davon ist Helga Ullrich felsenfest überzeugt. Angeregt durch das Beispiel ihrer Mutter ist sie selbst 1980 in den evangelischen Krankenpflegeverein Erfenbach eingetreten und demnächst 20 Jahre dessen Vorsitzende.

„Ich bin heute noch so engagiert wie damals“, unterstreicht Ullrich. Mitglieder zu informieren und Kontakte zur ökumenischen Sozialstation herzustellen, sind ihr Herzensangelegenheiten. Umso mehr sorgt sie der Mitgliederschwund. Denn ältere Menschen scheiden aus, wenn sie in einem Pflegeheim unterkommen, und der Nachwuchs fehle.
Vor drei Jahren hatte der Verein 310 Mitglieder, aktuell sind es noch 228.„Wir brauchen dringend jüngere Mitglieder“, sagt Helga Ullrich. Nach ihrer Erfahrung denken jüngere Menschen aber meist erst im Alter über die Mitgliedschaft in einem Krankenpflegeverein nach. Dabei lebten junge Leute heute gefährlicher als die alten, gibt sie zu bedenken: „Sie fahren Auto, treiben Sport; wie schnell kann es da passieren, dass nach einem Krankenhausaufenthalt kurzzeitig zu Hause noch eine Krankenschwester gebraucht wird.“
Wenn es niemand gebe, der einem Zuhause hilft, könne der Verbandwechsel oder das Duschen bei einem gebrochenen Arm oder Bein schnell zum Problem werden.Die Mitgliedsbeiträge aus den fünf Krankenpflegevereinen in den Ortsteilen und der Innenstadt fließen an die Ökumenische Sozialstation, schildert Helga Ullrich. Sie trügen dazu bei, dass die Pflegekräfte sich etwas mehr Zeit für ihre Patienten nehmen könnten.
Die Vorteile einer Mitgliedschaft liegen für sie auf der Hand. In dem Krankenpflegeverein, dem Helga Ullrich vorsteht und der – wie sie betont – ausdrücklich nicht nur Leute aus Erfenbach aufnimmt, ist das jüngste Mitglied 33 Jahre alt. Darauf ist sie genauso stolz wie auf die vier jüngeren und zwei „alten, erfahrenen“ Mitglieder in ihrem Vereinsausschuss: „Das ist eine gute Mischung mit sehr guter Zusammenarbeit.“
krh

Quelle: Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung - Nr. 80, Donnerstag, 4. April 2019, Seite 13

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