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Die Uhr, die sich selbst stellt

|   Apostelkirche

Eins vorweg: Die Zeiten, zu denen Andreas Frank auf den Turm der Apostelkirche klettern musste, um die Uhr eine Stunde vor- oder zurückzustellen, sind seit rund zwei Jahrzehnten vorbei.

Damals, in den 1990er-Jahren, war insbesondere das Uhr zurückstellen eine entspannte Sache, wie der Hausmeister der Apostelkirche und vom dazugehörigen Gemeindehaus erzählt. „Ich habe die Uhr angehalten und dann eine Stunde oben gewartet“, berichtet er, auch wenn die äußeren Bedingungen (Frank: „Es ist ganz schön windig da oben“) nicht immer angenehm waren.
Im Frühjahr, beim Uhr vorstellen, musste das händisch passieren, durch geschickte Manipulation an der Mechanik. Es war einmal. Heute funktioniert das alles automatisch, die Uhr ist eine Funkuhr, berichtet Franks Frau Maria, die als Gemeindedienerin für die Apostelkirchengemeinde arbeitet. Also dürfte ja in der Nacht auf Sonntag, wenn die Uhren auf Sommerzeit und damit um zwei Uhr in der Nacht um eine Stunde vor auf drei Uhr gestellt werden, nichts schief gehen. Maria Frank will – um im zeitlichen Bild zu bleiben – den Tag nicht vor dem Abend loben: „Ich bin gespannt auf den Sonntag.“ Denn automatisch heiße nicht immer auch rechtzeitig und pünktlich. „Sie bleibt auch mal stehen und stellt sich dann erst später um“, hat Maria Frank in den vergangenen Jahren mehrfach beobachtet. „Es kam auch schon vor, dass sie sich dann erst während des Gottesdienstes am Sonntag umgestellt hat“, ergänzt ihr Mann Andreas. Vielleicht gehört die Zeitumstellung – Stichwort Entscheidung der EU in dieser Woche – auch bald der Vergangenheit an. Dann bliebe die Uhr der Apostelkirche immer gleich eingestellt, und abgesehen von den regelmäßigen Wartungsarbeiten an der Anlage, die auch mit dem Läutwerk verbunden ist, könnte die Uhr ruhig ihre Stunden zählen.
Andreas und Maria Frank haben, wie sie sagen, sowieso eher das Gefühl, dass sich die Winterzeit richtiger anfühlt. Aber das sei Ansichtsache. Wichtig für die Kirchgänger am Sonntag: Der Gottesdienst in der Apostelkirche beginnt um 11 Uhr. Wer die Zeitumstellung vergisst, kommt eine Stunde zu spät. Also am Samstag, am besten vor dem Schlafengehen, schon dran denken ... bld

Quelle: Die Rheinpfalz, Pfälzische Volkszeitung, Nr. 76, 30.03.2019, S. 15

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