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Neuer Dekan ruft zu Aufstand auf

Erstellt von Joachim Schwitalla | |   3

Als Pfarrer an der Stiftskirche und als Dekan des Protestantischen Kirchenbezirks Kaiserslautern ist Richard Hackländer gestern [08.09.] von Oberkirchenrätin Dorothee Wüst in einem festlichen Gottesdienst in seine neuen Ämter eingeführt worden.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Gotteshaus, als Hackländer und Wüst zusammen mit dem Presbyterium, dem Bezirkskirchenrat, Assistenten und dem Westpfälzischen Kammerchor, der den Weg mit „Alta trinita“, einem Lobpreislied, begleitete, zum Altar einzogen. Noch seien ihr die Szenen der Bezirkssynode vom Mai im Gedächtnis, bei der Hackländer nach einer überzeugenden Vorstellung ein überzeugendes Wahlergebnis als ihr Nachfolger habe entgegennehmen können, sagte Wüst bei der Einführung Hackländers.

Als Pfarrer einer Gemeinde in der Südpfalz und als Senior des Dekanats Landau bringe Hackländer das mit, was Kirche brauche, um zukunftsfähig zu sein. In Gesprächen mit den Menschen, die sich in Kaiserslautern lebensnah und humorvoll gäben, würde es Hackländer leicht fallen, sich im Kirchenbezirk einzubringen und seine Erfahrungen zu teilen. Bei Veränderungen, die anstehen, müssten Entscheidungen getroffen werden, die kein Königsweg sein könnten, weil man aufeinander angewiesen sei. Doch sei es eine erfüllende Aufgabe, die Liebe Gottes, die jedem Menschen inne wohne, miteinander zu verbinden, ermutigte Wüst.

Bevor die Oberkirchenrätin Hackländer als äußeres Zeichen seines Amtes als Dekan ein Halskreuz überreichte, verlas sie die Verleihungsurkunde der Landeskirche. Sie bat die Gemeinde, ihren Pfarrer freundlich aufzunehmen, ihn bei seinen Aufgaben zu unterstützen und für ihn zu beten. Die Assistenten versprachen Hackländer, ihn in seinem neuen Amt zu begleiten und mit ihm zusammen weiter an der Gemeinschaft mit Jesus Christus zu bauen.

In seiner Predigt appellierte Hackländer, den Aufstand zu proben. Den Aufstand gegen Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit in der Welt, gegen die eigene Bequemlichkeit und Trägheit. „Es gibt so viel, was uns niederhalten möchte, aber dafür sind wir nicht geboren“, betonte Hackländer. Gegen alle Bequemlichkeit habe er im März den Mut gefunden, seine vertraute und liebgewordene Gemeindearbeit in Essingen-Dammheim-Bornheim aufzugeben, um etwas Neues anzufangen.

Bei seiner Wahl zum Dekan habe er einen großen Vertrauensvorschuss erhalten. Zum Glück erwarte man von ihm keine Wunder. Eine Aufgabe sei es, als Kirche erkennbar und menschenfreundlich zu sein. Über Konfessionsgrenzen hinweg würden in unseren Kirchengemeinden Hände ausgestreckt, um für unsere Mitmenschen zu beten und für sie da zu sein, so Hackländer.

Im Anschluss an den Gottesdienst lud Senior Karl Graupeter, der Pfarrer der Pauluskirchengemeinde, im Namen des Bezirkskirchenrates die Festgemeinde zu einem Empfang in das Gemeindezentrum „Alte Eintracht“ ein.

Joachim Schwitalla

Quelle: Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung - Nr. 209, Montag, den 9. September 2019, Seite 23

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