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Arbeiten gehen voran

Erstellt von Joachim Schwitalla | |   Stiftskirche

Seit über einem Jahr dauern die Sanierungsarbeiten an der Stiftskirche an. „Einen Tag nach dem Unionsjubiläum im September ging’s los“, erinnerte sich Architekt Gunther Ecker am 8. August bei einem Gespräch, zu dem Pfarrerin Dr. Margarethe Hopf Bauhandwerker und Bürger eingeladen hatte.

Bevor der Architekt aus dem saarländischen Bexbach auf die Sanierungsarbeiten eingeht, beklagt er den Fachkräftemangel. „Das Gefüge stimmt nicht mehr. So kann das Bauhandwerk nicht funktionieren, wenn wir uns nicht mehr aufeinander verlassen können.“ Zustimmung erhält er von Bauingenieur Dieter Wölfel, der für die Zimmererarbeiten im Dachstuhl der Kirche verantwortlich zeichnet. Die Feuchte, die dem Mauerwerk der Stiftskirche zu schaffen macht, „siehe Putzverfärbungen“, sei erklärbar, verweist Ecker auf den Bau der Tiefgarage unter dem Stiftsplatz und die damit einhergehende Verdrängung des Grundwassers.

Doch umfangreicher als die Klagen des Bauhandwerks sind die Ausführungen des Architekten, der einen Überblick über den Stand der Sanierung des gotischen Sakralgebäudes gibt. Die Dachkonstruktion im Stil des Historismus, die das Langhaus 1888 bekommen habe und dem Zeitgeist angepasst gewesen sei, habe dem Bauwerk mehr geschadet als genutzt, so der Experte. Mit zum maroden Zustand des Dachgebälks beigetragen habe der Einschlag der Fliegerbombe am 5. Januar 1945, die den Hauptturm der Stiftskirche stark beschädigt habe, so Ecker. Die alten Hölzer seien nicht aus dem Dachstuhl entfernt worden, ebenso wenig der Bauschutt nach dem Bombeneinschlag. Wölfel spricht von verfaulten Hölzern, in denen sich im Laufe der Jahre ein Mikroklima für Schädlinge gebildet habe.

Während die Fassaden der Südseite und ein Großteil der Nordseite des Langhauses eine Runderneuerung erhalten und das Dachgebälk ausgebessert wurde, konzentrieren sich die Sanierungsarbeiten zurzeit auf die Neukonstruktion des Dachstuhls über der Unionskapelle in der Marktstraße.

Noch stehen auf beiden Seiten die Gerüste entlang der Fassaden. Bis Ende August soll die Südseite zum Innenhof der Stiftskirche in neuem Glanz erstrahlen, Ende November soll die Einrüstung in der Marktstraße fallen.

An dem mit rotem Buntsandstein errichteten Gebäude wurden Stellen des Mauerwerks ausgebessert und neu verfugt, die Fialtürme gesäubert und wenn notwendig restauriert, erläutert der Architekt bei einem Rundgang über das Gerüst der Südseite. Die Verglasung der Kirchenfenster erhielt neue Metallverstrebungen, beschädigte Glasscheiben wurden ausgetauscht und die Ränder der Fenster im gotischen Stil neu verkittet.

Ein großes Problem habe die Ableitung des Regenwassers bereitet. „Die kunstvoll gestalteten Wasserspeier waren ohne Funktion“, verweist Ecker auf aufwendige Arbeiten zum Abfluss des Regenwassers zwischen den Zwerchgiebeldachkonstruktionen. Es wurden mit Kupfer neu angelegte Wasserabläufe samt Fallrohren zwischen den Zwerchgiebeldächern angebracht. Ebenso sticht das mit Spanischem Schiefer schwarz gedeckte Dach des Gebäudes ins Auge. Auf dem Dach bereits montiert sind auch die neuen LED-Scheinwerfer zur Beleuchtung der Stiftskirche.

„Die Arbeit sieht nur der liebe Gott – und für den schaffe ich“, meint Ecker beim Rundgang über das Gerüst zur Begutachtung der Sanierungsarbeiten. Die Arbeiten haben ihren Preis. Zwischenzeitlich haben sich die Kosten von anfänglich 800.000 Euro auf 1.371.000 Euro erhöht. Nach Angaben von Pfarrerin Dr. Hopf wird die Stiftskirchengemeinde davon ein Drittel tragen müssen.

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