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Zur Monatslosung für Mai

|  Lutherkirche

„Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unserer Seele.“

(Monatslosung Mai, Hebräerbrief 6,19)

Liebe Leserinnen und Leser,

die Erklärung des Glaubens als feste Zuversicht auf das, was man hofft und nicht sieht, ist berühmt. Sicher ist sie nicht umfassend, aber deutlich: Glaube ist Hoffen. Glaube ist jedenfalls das Gegenteil von Furcht und Verzweifeln, auch von Pessimismus und Schwarzseherei. Hoffnung steht vor allem Wissen. Sie spürt, wenn etwas Sinn macht. Damit reicht sie weit über die Gegenwart hinaus als ein Widerstandleisten des einzelnen gegen den Zerfall. Sie verleiht uns schon jetzt Teilhabe an der Zukunft. Was uns bei allen Befürchtungen ja treibt, ist die Hoffnung, dass vorne ein Ausweg ist. Nur was wir glauben, hoffen und lieben, das treibt uns an. Das trägt uns durch jeden Tag und jedes Jahr. Glauben als Hoffen ist also genau das Gegenteil von Herzensträgheit und Welttraurigkeit, von wehrlosem Billigen und Nachlaufen. Der Große Denker Hugo von St. Viktor aus dem 12. Jahrhundert hielt die Herzensträgheit für eine der sieben Hauptsünden. Er sah eins aus dem anderen hervorgehen: Aus dem Stolz den Neid; aus dem Neid den Zorn, aus dem Zorn die Trübsinnigkeit. Daraus zog er einen bemerkenswerten Schluss: „Wäre niemand mehr, der liebte, die Sonne würde erlöschen.“ Ich hoffe auf und für eine Menschheit, die ihre Herkunft von Gott her erkennt. Die Gnade möge uns gewährt sein, dass wir das Leben, das uns als Hoffnungsgeschenk anvertraut ist, auch bereichern.

Eine segensreiche Frühjahrszeit wünscht Ihnen
Pfarrerin Martina Abel

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