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Abschied von Pfarrer Jung

|  Kirchengemeinden im Nordstern

Pfarrer Matthias Jung hat mehr als 26 Jahre lang die Stiftskirchen-Gemeinde geprägt – Anfang des Jahres ist er in den Ruhestand gegangen.

Die Stiftskirchengemeinde wird am Sonntag, 11. Januar, ihren Pfarrer Matthias Jung verabschieden. Nun zieht er Bilanz. Was ihm besonders am Herzen gelegen hat.  26 Jahre und sechs Monate lang hat Pfarrer Matthias Jung das Pfarramt II der Protestantischen Stiftskirchengemeinde Kaiserslautern geleitet. Mit Beginn des neuen Jahres hat für den 65-Jährigen der Ruhestand begonnen. „Ich bin ein Sämann, ich säe Worte“, sagt Jung von sich und skizziert damit rückblickend seine Tätigkeit. Ein Schwerpunkt seiner Seelsorge galt Kindern und Jugendlichen. Zu den Feldern, die er bestellte, um beim Bild des „Sämanns“ zu bleiben, gehörten Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen. Gleichzeitig schätzte er aber auch seine Arbeit mit Senioren in Alten- und Pflegeheimen. Sein Pfarramt hatte er in der Karl-Marx-Straße 19.

„Die Arbeit mit Kindern war mir wichtig“, betont er. Diese führte ihn in protestantische Kindertagesstätten rund um die Stiftskirche. Ob die Kita auf dem Seß, die Kita in der Bruchstraße oder die Kita Villa Meilchen in der Trippstadter Straße: Kinder spielerisch und auf erzählende Weise an Religion heranzuführen, war ihm ein großes Anliegen. Religionspädagogische Angebote führten ihn ebenso in Klassen der Barbarossaschule und des Rittersberggymnasiums.

Mit Erzählungen und Stegreifspielen biblischer Geschichten vermittelte er den „Spirit des Evangeliums“. Die Saat, die Jung spielerisch in Kitas und im Religionsunterricht an Schulen ausbrachte, konnte er in Kinder- und Jugendgottesdiensten aufgehen sehen. Die fanden mal im Stiftskirchensaal, mal in der Stiftskirche, in Wintermonaten auch schon mal im Unionszimmer im Gebäude Unionstraße 4, seitlich der Unionskirche, statt. Seelsorge ist für Jung Bildungsarbeit. Dabei leistete ihm die Literatur eine wertvolle Hilfe. Im Pflegeheim Kursana wie im Wohn- und Pflegeheim Kessler-Handorn lud er ältere Menschen zu Gottesdiensten ein und stand ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Dankbar ist er, dass er als Pfarrer an der Stiftskirche von Anfang an im Team arbeiten konnte – die letzten Jahre zusammen mit Dekan Richard Hackländer und Pfarrerin Margarethe Hopf. „Ich bin ein guter Team-Player“, sagt Jung über sich. Als Team-Player gehörte er in den vergangenen drei Jahren der Kooperationszone „Nordstern“ an. In der arbeiten die Apostelkirche, die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, die Kirchen in Erlenbach, Erzhütten, Morlautern und die Stiftskirche zusammen.

Nicht immer einfach sei es gewesen, ein Gemeindegefühl herzustellen. Kirchenaustritte und rückläufige Gottesdienstbesuche seien Zeichen der Zeit. „Wenn es den Leuten gut geht, geraten Religion und Kirche ins Hintertreffen.“ Viele Protestanten identifizierten sich zwar mit dem Gebäude der Stiftskirche, doch mangele es vielen an Gemeinschaftsgefühl. „Manchmal habe ich die katholische Nachbargemeinde Heiliger Martin beneidet“, erinnert Jung an Aktivitäten, die von der Martinsgemeinde als Gemeinschaft getragen wurden.

Brasilianische Energie und Lebensfreude fand Jung in einer Samba-Gruppe von Trommlern, der er auch im Ruhestand verbunden bleiben will. Als Jazz-Liebhaber weiß er, auf dem E-Piano zu begleiten. Mit seinem E-Bike war er dienstlich wie privat in Kaiserslautern unterwegs. Zusammen mit Dekan Hackländer hat er in den vergangenen Jahren zum „Radpilgern“ und zum „Stadtradeln“ eingeladen.

Matthias Jung, verheiratet und Vater einer Tochter, stammt aus Hinzweiler, einer Gemeinde im Kreis Kusel. Dort war sein Vater als Pfarrer für die Seelsorge in zwölf Dörfern zuständig. Auch wenn Jung mit einem Theologiestudium in die Fußstapfen seines Vaters trat, hatte er sich vorgenommen, mehr Zeit für die Familie zu haben. Die Arbeit seines Vaters sei oft zu Lasten des Familienlebens gegangen. Seine erste Pfarrstelle „zur dienstlichen Aushilfe“ hatte Jung über neun Jahre in Horstring bei Landau.

Pfarrer Matthias Jung wird am Sonntag, 11. Januar, 14 Uhr, bei einem Gottesdienst in der Stiftskirche von Dekan Richard Hackländer in den Ruhestand verabschiedet. 

Joachim Schwitalla

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