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Ein Programm für beide

Erstellt von Joachim Schwitalla | |   3

Evangelische Studierendengemeinde und Katholische Hochschulgemeinde gehen gemeinsame Wege. Wenn sie über die Zukunft der Hochschulgemeinden in Kaiserslautern nachdenken, sehen die Hochschulpfarrer Eckart Stief von der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) und Stefan Seckinger von der Katholischen Hochschulgemeinde Kaiserslautern (KHG) viele Gemeinsamkeiten.

In ökumenischer Verbundenheit wollen sie etwas bewegen. „Wir reden nicht darüber, wir tun es“, so Stief und Seckinger im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Beide Hochschulgemeinden wollen zusammenwachsen und im Jahr der Pfälzer Kirchenunion gemeinsam in die Zukunft gehen. Ermutigt von der Erfahrung, dass beide Hochschulgemeinden an der Technischen Universität und der Hochschule Kaiserslautern mit Wohlwollen wahrgenommen werden, haben sie erstmals ein gemeinsames Semesterprogramm herausgegeben.

„ÜberLeben“ ist der Flyer überschrieben, in dem beide Gemeinden ihr konfessionelles Miteinander dokumentieren und zu einer offenen Ökumene einladen. Ökumenische Gottesdienste, Akademische Abende, Abende zum Semesterthema und gemeinsame Exkursionen bilden die Schwerpunkte des Programms. Bei einem ökumenischen Universitätsgottesdienst am Sonntag, 3. Juni, 10.30 Uhr, in der Friedenskirche im Uniwohngebiet, wird erstmals TU-Präsident Helmut Schmidt die Predigt halten. „Ein Novum“, freuen sich Seckinger und Stief auf den Gottesdienst sowie auf die Ausführungen Schmidts zum Thema „Gelebte Internationalität und Diversität“.

Nicht minder sind ihre Erwartungen, die sie mit dem Besuch von Armin Laschet, dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, verbinden. Zusammen mit CampusKultur werden die Hochschulgemeinden Laschet am 28. Mai, 17 Uhr, in der Rotunde auf dem Campus der TU zu Gast haben. Leben und Überleben in der ehemaligen DDR, die Gesundheit der Studierenden an der TU und Erfahrungen mit Armut und Wohnungslosigkeit sind Themen, die im Mittelpunkt von Themenabenden beider Hochschulgemeinden stehen. Dazu laden die Gemeinden gegenseitig in ihre Zentren in der Hermann-Hesse-Straße 50 (ESG) und in die Klosterstraße 6 (KHG) ein. „Ökumenische Veranstaltungen liegen uns am Herzen, weil wir als Christen immer weniger werden“, so Seckinger.

Doch nicht nur ökumenisch sind die beiden Hochschulgemeinden ausgerichtet. Ihre Begegnungsangebote verstehen sich interreligiös und interkulturell. Mit der Studentenmission in Deutschland (SMD), mit muslimischen und hinduistischen Hochschulgruppen stehen sie in Kontakt und tauschen sich aus. An einem Ort wie der TU, wo eine Vielzahl von Studierenden unterschiedlicher Kulturen aufeinandertrifft, fühlen sich beide Hochschulgemeinden für ein zwischenmenschliches Miteinander verantwortlich. Ein Grund, warum sich beide Hochschulpfarrer für ein Interkulturelles Zentrum an der TU aussprechen. Ein Zentrum, das sie gemeinsam mit CampusKultur gerne in der Form einer „Stätte der Begegnung“ auf dem Campus verortet sehen würden. Ein solches Zentrum käme allen Studierenden und Mitarbeitern der TU zugute. Nach den Worten Stiefs geht es dabei nicht um missionarische Interessen, vielmehr darum als Hochschulgemeinden präsent zu sein, Menschen zu helfen und zu begleiten. Sowohl TU-Präsident Helmut Schmidt als auch Dieter Wagner, Vorsitzender des Hochschulkuratoriums der TU, hätten sich für die Idee und die Umsetzung eines Interkulturellen Zentrums auf dem Campus der TU aufgeschlossen gezeigt, sehen sich die beiden Pfarrer in ihrer Vision bestärkt.

Informationen über das Semesterprogramm und die Arbeit der Hochschulgemeinden unter: www.uni-kl.de/esg und www.khg-kl.de

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