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Ausstellung "Fractured lives"

Erstellt von Guido König | |   Katholisch

Vom 17. bis zum 30. März ist die Ausstellung "Fractured lives" zum Leben nach dem Genozid in Ruanda täglich von 8 bis 17 Uhr in der Kirche St. Martin zu sehen. Die Katholische Hochschulgemeinde zeigt die Ausstellung in Kooperation mit der Pfarrei Heiliger Martin, Kaiserslautern.

Fractured Lives
Die Wanderaustellung zeigt Bilder und Geschichten von Menschen, die ihr Leben nach dem Genozid in Ruanda wieder aufgebaut haben.

Der Völkermord in Ruanda begann am 6. April 1994 und dauerte bis Mitte Juli 1994 an. Die Gewalttaten kosteten zirka 800.000 bis 1.000.000 Menschen das Leben. Ruanda hat heute über drei Millionen rückkehrwillige Flüchtlinge wieder aufgenommen, mehr als 60.000 Kämpfer wurden demobilisiert und die sogenannten "Gacaca-Gerichte" haben Tausende von ehemaligen Gefangenen in ihre Herkunftsgemeinden zurückgeschickt.

Die Narben des Völkermords Im Zentrum der MISEREOR-Ausstellung stehen die Traumatisierungen der Menschen. Der Völkermord hat seelische Verletzungen hinterlassen, aber auch Lücken gerissen - innerhalb der Gesellschaft, in den Dorfgemeinschaften und sogar innerhalb von Familien - und hat die Überlebenden und auch die nächste Generation verletzt zurückgelassen.

Alle Betroffenen haben erlebt, wie schnell eine Situation sich ändern kann, wie schnell ein Völkermord vonstatten gehen kann. Alles ist fragil, nichts ist wirklich fest, es gibt keine unverrückbaren Wahrheiten.

Daher arbeitet die Ausstellung nicht mit einem festen Material, sondern mit Stoff: Bilder und Texte hängen auf Stoffstücken an 6 Leinen. Sie bewegen sich, sie können bewegt werden, sie haben ihre Eigendynamik. Auf den Leinen bleiben Lücken, sie sind nicht durchgängig bespannt. Die Lücken, die Dinge, über die nicht gesprochen werden können, werden so sichtbar gemacht. Wie "schmutzige Wäsche" an einer Leine Die Besucher verbinden die Ausstellungsform vielleicht mit "Wäsche". Das ist durchaus gewollt. "Wäsche" steht auch für Verschleiß, Risse, Flicken und damit für Dinge, die nicht mehr in Ordnung zu bringen sind oder denen man die versuchten Reparaturen ansieht. Darüber hinaus ist der Trocknungsprozess, an den mit dem Wäscheaufhängen erinnert wird, mit der Entwicklung von Fotos vergleichbar: Vieles wird erst sichtbar, wenn es getrocknet ist.

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