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Biblische Szenen mit Liebe zum Detail

Erstellt von Joachim Schwitalla | |   Pauluskirche

In der Pauluskirche ist ein Ostergarten zu sehen, der die Leidensgeschichte Jesu zeigt. Biblische Erzählfiguren künden in der protestantischen Pauluskirche vom bevorstehenden Osterfest. Was zu Weihnachten die Weihnachtskrippe, hat Jutta Ultes in acht Stationen zu einem Ostergarten formiert.

Anschaulich erzählen die Darstellungen von der Leidensgeschichte Jesu und nehmen den Betrachter mit in das Jerusalem vor 2000 Jahren.Wenn am Passionssonntag vom Einzug Jesu in Jerusalem die Rede ist, werden die Gottesdienstbesucher ihre Freude daran haben, das biblische Geschehen in der Darstellung von Jutta Ultes wiederzufinden. Mit kunsthandwerklichen Figuren, sogenannten Egli-Figuren, hat sie den Einzug Jesu in Jerusalem nachgestellt.Mit viel Liebe zum Detail hat die Katholikin aus Otterberg die Szenerie um das Stadttor von Jerusalem inszeniert. Nichts, was der Evangelist Markus in seiner Beschreibung festhält, fehlt. Da reitet Jesus auf dem Rücken eines Esels durch die Menschenmenge, die ihm mit Zweigen von den Feldern „Hosanna in der Höhe“ zujubeln. Buchs- und Lavendelzweige schwingen sie in Händen. Menschen säumen den Straßenrand. Einige breiten ihre Kleidungsstücke auf der Straße aus.

Die Darstellungen sind handgefertigt. Mit Sisal und Kupferdraht hat Jutta Ultes ihre Figuren geformt, hat ihnen mit Bleifüßen einen stabilen Stand verschafft und sie mit farbigen Textilien aus Leinen und Filz bekleidet. Auffallend, dass den Köpfen Gesichter fehlen. Das sei wesentlich für die Figuren, erläutert sie. „Emotionen und Mimik werden durch die Körperhaltung dargestellt.“ Rund 160 Figuren sind es, die im Ostergarten in Szenen gesetzt sind. Während der Einzug in Jerusalem im Eingangsbereich der Pauluskirche zu sehen ist, befindet sich die zweite Station, die dem letzten Abendmahl gewidmet ist, links neben dem Altar. Jesus hat sich mit seinen Jüngern um einen langen Tisch versammelt. Mit ihnen teilt er Brot, Fische und Wein. Zwei Szenen ergänzen das Abendmahl: Jesus wäscht Petrus die Füße. Dargestellt wird auch Judas, wie er sich davon schleicht, um Jesus zu verraten. Weiter geht es mit der Szene im Garten von Getsemani. Während Jesus seinen Vater bittet, dass der Kelch an ihm vorüber gehe, schlafen seine Jünger anstatt zu wachen. Viele Pflanzen und Olivenzweige prägen das Bild des Gartens von Getsemani. Daneben reiht sich eine Szene im Vorhof von Pilatus. Sie erinnert daran, wie Petrus sich verleugnet, zu den Anhängern Jesu zu gehören.

Nicht vergessen hat Jutta Ultes den Hahn, von dem Jesus in Gegenwart zu Petrus spricht: „Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Begonnen hat die Mutter von Angelika Noglik, Gemeindemitglied von Christ König, die den Ostergarten jetzt in die Pauluskirche geholt hat, 1992 mit der Fertigung der Figuren. Ein Kurs auf Maria Rosenberg war es, der Jutta Ultes bis heute Freude beim Gestalten biblischer Figuren bereitet. Daneben sind in ihrer Werkstatt zahlreiche Krippenfiguren entstanden. Handwerklich unterstützt hat sie dabei ihr Ehemann Willi. Anschaulich dargestellt ist der Leidensweg Jesu. Der Verhandlung vor Pilatus folgen Stationen des Kreuzwegs, die Jesus mit einer Dornenkrone zeigen, wie er sein Kreuz trägt und mehrere Male unter der Last zusammenbricht. Mit geschickter Hand in Szene gesetzt sind die Begegnungen Jesu mit seiner Mutter und wie Simon von Cyrene Jesus hilft, das Kreuz zu tragen.Mit einem schwarzen Tuch als Untergrund und mit drei Kreuzen auf das Wesentliche reduziert ist die Darstellung der Kreuzigung auf der Hinrichtungsstätte, dem Kalvarienberg. Der Leichnam Jesu im Schoß seiner Mutter erinnert an Michelangelos römische Pietà. In der letzten Station rechts vom Altar hat Jutta Ultes die Auferstehung nachgebildet. Frauen, die mit Ölen zum Grab Jesu unterwegs sind, stehen vor einer leeren Grabeshöhle, in der ein Engel sie über die Auferstehung Jesu informiert.

Wie viel Stunden sie in die Darstellung des Ostergartens investiert hat, kann Jutta Ultes nicht sagen. „Es ist mein Hobby.“ Arbeitet sie mal nicht an ihren biblischen Figuren, packt sie Kleider für Bedürftige in Rumänien oder nimmt sich Zeit für ihre Enkelinnen Miriam (10) und Christina (13).

„Einfach großartig“, lobt Pfarrer Karl Graupeter die Arbeit der Frau aus Otterberg. Er selbst sei ein Freund der Weihnachtskrippe, die seit ein paar Jahren in der Pauluskirche aufgestellt wird und großen Anklang über die Gemeinde hinaus findet. Jetzt freue er sich über die Darstellung der Passionsgeschichte. Info Der Ostergarten in der Pauluskirche kann bis zum 15. April besichtigt werden. Hierzu laden die katholische Gemeinde Christ König und die protestantische Pauluskirchengemeinde ein. Zur Besichtigung besonders eingeladen sind Kindertagesstätten und Schulklassen, Kommunionkinder und Konfirmanden. Einen Flyer zur Ausstellung mit Fotos und den dazugehörigen Bibelstellen nach Markus hat Angelika Noglik angefertigt.

Besichtigungszeiten: Sonntag, 18. März, und Sonntag, 25. März, von 16 bis 17 Uhr. Nach den Gottesdiensten und nach Terminvereinbarung. Kontakt: Angelika Noglik, Telefon 0631/3109678; Pfarrer Karl Graupeter, Telefon 0631/67663.

Gottesdienstzeiten im Internet: www.kichen-in-kl.de und in „Kirche Aktuell“.

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