Kirchen in Kaiserslautern

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Gemeindepastoral 2015

»Drei neue Pfarreien in Kaiserslautern bis 2015
Jetzt stehen sie fest, die drei zukünftigen Pfarreien in unserer Stadt mit den Pfarrsitzen St Maria, St. Martin und Maria Schutz. Da aber in den benachbarten Pfarrverbänden die neue Struktur erst in den kommenden Wochen mit der Bistumsleitung besprochen wird, könnte es noch zu leichten Veränderungen kommen. Erst mit der Bestätigung durch unseren Bischof zu Jahresende stehen die zukünftigen Pfarreien endgültig fest.«

Drei neue Pfarreien in Kaiserslautern bis 2015

Jetzt stehen sie fest, die drei zukünftigen Pfarreien in unserer Stadt mit den Pfarrsitzen St Maria, St. Martin und Maria Schutz. Da aber in den benachbarten Pfarrverbänden die neue Struktur erst in den kommenden Wochen mit der Bistumsleitung besprochen wird, könnte es noch zu leichten Veränderungen kommen. Erst mit der Bestätigung durch unseren Bischof zu Jahresende stehen die zukünftigen Pfarreien endgültig fest. Und so sollen sie aussehen:

St. Maria, Hl. Kreuz, St. Konrad + Einsiedlerhof, St. Theresia, Hohenecken - St. Rochus + Dansenberg.
Zusammen 13.346 Katholiken.

St. Martin, Erzhütten - St. Michael, Erfenbach - Unbefl. Empfängnis + Siegelbach, Morlautern - St. Bartholomäus.
Zusammen 8.1004 Katholiken.

Maria Schutz, St. Norbert, Christ König, Hochspeyer - St. Laurentius + Waldleiningen, Trippstadt - St. Josef + Mölschbach.
Zusammen 10.299 Katholiken.

Zoom (80KB)

Diese großen Pfarreien sollen von Pfarrteams geleitet werden, zu denen neben dem Pfarrer auch ein priesterlicher Kooperator gehört und ein ggfs. zwei pastorale Mitarbeiter. Es soll ein leitenden Pfarrbüro geben, Büros als Anlaufstellen in anderen Orten sind ggfs. möglich. Die genaue Struktur der Räte wird noch erarbeitet, ebenso die rechtlich-finanzellen Angelegenheiten beim Zusammenschluss zu einer Pfarrei.

An diesem Abend mit der Bistumsleitung wurden zudem viele Anregungen und Kritikpunkte an den Generavikar herangetragen. Inbesondere eine aufwertende Stellung der Räte auch vor Ort und eine bessere Authorisierung und Fortbildung der Laien wurde angemahnt. Ebenso wurde von Verlustängsten der kleinen Gemeinden gesprochen, die befürchten, dass Kirche vor Ort sich auflösen könnte. Dem sei entgegen zu wirken. Entlastung für Verwaltungsaufgaben wie bei Kitas, Bauvorhaben und Haushaltswesen sei auf mittlerer Ebene, Dekanatsebene, unbedingt nötig.
In einer Stellungnahme des Hauptausschusses St. Theresia stellte dieser seine positive Mitarbeit für den Weg in die Zukunft klar, formulierte aber neben den schon beschriebenen Einwänden auch Erwartungen an die Leitende Kirche, an die Bischöfe, dass Reformen auch auf höchster Kirchenebene anständen, vor allem in der Ämterfrage: der Zulassung zum Amt, der Weihe bewährter Männer und dem Diakonat der Frau u.a.m. Überhaupt erwarte man sich von der Kirche eine größere geistig-geistliche Weite und ein weniger zentralistisches System. Die Beachtung und Förderung synodaler Strukturen seien erforderlich.

Für die Pfarreingemeinschaft St. Theresia heißt das, dass sie in den nächsten Jahren mit der Pfarreiengemeinschaft St. Maria zur größten Lauterer Pfarrei zusammenwachsen wird. Aufgrund der Größe dieser neuen Pfarrei wird aber Trippstadt in Zukunft leider nicht mehr zu uns, sondern voraussichtlich zur Pfarrei Maria Schutz gehören. Neben dem Pfarrsitz in St. Maria bietet sich St. Theresia mit dem großen Pfarrzentrum und der dazugehörigen Pfarrwohnung als Sitz des Kooperators an.

Das Pfarrteam, die Mitglieder des Pfarrverbandsrates und des PGR-Hauptausschusses hoffen nun auf einen guten Weg des Zusammenwachsens und die Bereitschaft der Katholiken vor Ort, sich positiv an diesem Prozess zu beteiligen. Wir vertrauen dabei auf Gottes Kraft und seinen Segen.

Friedrich Schmit, Pfarrer

weiterführende Informationen:
http://cms.bistum-speyer.de

Artikel aus der Rheinpfalz, Ausgabe Kaiserslautern, 12. März 2010, Autor Joachim Schwitalla
Künftig drei Großpfarreien

Der Pfarrverband Kaiserslautern wird eine neue Pfarreienstruktur erhalten. Aus 13 bisherigen Pfarreien, die bereits in fünf Pfarreiengemeinschaften zusammengeschlossen waren, sollen drei große neue Pfarreien entstehen. Das sieht das Konzept der „Gemeindepastoral 2015“ vor, mit dem das Bistum Speyer auf die Notlage in der Kirche reagiert.

Mit der Neustrukturierung der Pfarreien und einem damit einhergehenden neuen Leitbild für die Seelsorge reagiert die Diözese auf drastische Veränderungen in der Kirchenlandschaft: auf den Rückgang der Zahl der Katholiken, auf gestiegene Kirchenaustritte, auf den Rückgang der Gottesdienstbesucher, auf die immer kleiner werdende Zahl der Priester, auf geringes Interesse an kirchlichen Angeboten und auf finanzielle Engpässe des Bistums.

Die Neustrukturierung der Gemeindeseelsorge stellte Generalvikar Franz Jung gestern bei einem Besuch im Pfarrverband Kaiserslautern dem Seelsorgeteam und den Vertretern der Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte vor. Statt bislang 346 Pfarreien in 123 Pfarreiengemeinschaften soll es ab 2015 im Bistum insgesamt nur noch 60 rechtlich selbständige Pfarreien in einer Größenordnung um 10.000 Katholiken geben. „Schrumpfende Ressourcen zwingen uns zum Handeln“, erläuterte Jung in einem Pressegespräch.

Die Neustrukturierung der Pfarreien in Kaiserslautern sei mit dem Seelsorgeteam ausführlich besprochen und nach eingehender Diskussion mit Änderungsvorschlägen vorläufig festgelegt worden. Bei der Bildung künftiger Pfarreien mit je einem leitenden und einem kooperierenden Pfarrer sowie einem hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter seien gewachsene pfarrliche Strukturen, das Mobilitätsverhalten der Menschen vom Land in die Stadt sowie Besonderheiten von bestehenden Pfarreien berücksichtigt worden. Danach wurden als Pfarrsitze für die drei zu bildenden Großpfarreien die Stadtkirchen St. Maria, St. Martin und Maria Schutz bestimmt. „Wir haben den ursprünglichen Vorschlag zweimal geändert, und ich kann den jetzigen Vorschlag mittragen“, betonte Jung.

Angedacht war beispielsweise, Maria Schutz mit St. Martin zusammenzulegen, was den Franziskaner-Minoriten missfiel. Sie warfen ihre franziskanische Spiritualität und die Gelöbniskirche als Wallfahrtskirche in die Waagschale. Gelöst hat man sich auch von der anfänglichen Vorstellung, St.Theresia als Pfarrsitz zu favorisieren. Für St. Maria sprach die Orientierung der Menschen ins Zentrum.

Pfarrverbandsleiter Norbert Kaiser sprach unter den gegebenen Bedingungen von einer „besten Lösung“.

Nach den Worten Jungs muss sich Seelsorge ändern, weil die Zahl der Gläubigen schrumpft und sich ihr Verhalten geändert hat. „Für Gottesdienstbesuche suchen sich Gläubige heute Ort, Zeit und den Pfarrer aus.“ Die traditionelle Bindung an die Heimatpfarrei löse sich seit Jahren auf . Von neuen kirchlichen Initiativen und individuellen Angeboten erhoffen sich Jung und seine Mitarbeiter Kanzleidirektor Wolfgang Jochim und Thomas Kiefer von der Gemeindeseelsorge im Bischöflichen Ordinariat eine Attraktivierung des kirchlichen Angebots. „Mit neuen Strukturen wollen wir Neues ausprobieren.“

Weiter sieht das Konzept der Gemeindepastoral 2015 eine Verschlankung der Administration vor. Die insgesamt 24 Pfarrverbände werden in den zehn bestehenden Dekanaten des Bistums aufgehen und deren pastorale Aufgaben übernehmen.

Heiß diskutiert wurden die Zukunftspläne Speyers im Vorfeld in den pfarrlichen Gremien. Nicht nur Gläubige und Gemeinden hätten sich den Veränderungen zu stellen, auch die Kirchenleitung müsse längst fällige Reformen in Angriff nehmen, wurde argumentiert. Laut wurde der Ruf nach einem neuen Konzil, der Abschaffung des Pflichtzölibats, der Weihe bewährter Männer und die Einführung des Diakonats der Frau.

In einer Stellungnahme des Hauptausschusses der Pfarreiengemeinschaft St. Theresia, die die Vorsitzende Inge Mayer Generalvikar Jung überreichte, wird angesichts gravierender struktureller, personeller und finanzieller Veränderungen in den nächsten Jahren auf die Gefahr der pastoralen Verödung, insbesondere kleiner Gemeinden abseits der großen Pfarrzentren verwiesen. „Auch der Priestermangel hat mit zu einem Gläubigenmangel geführt.“ (jsw)

Kommentar hierzu

Die Basis drängt

Der neue Zuschnit der drei Großpfarreien stellt eine Herausforderung für die Katholiken im Pfarrverand Kaiserslautern dar. Er verlangt einen überdurchschnittlichen Einsatz von Seelsorgern und Gemeindemitgliedern.

Mut und Vertrauen, aus Gewohntem und Liebgewordenem aufzubrechen, werden die Katholiken haben müssen, wenn es darum geht, die Zukunft der Kirche vor Ort mitzugestalten. Zu drastisch und einschneidend sind die Maßnahmen, die der Pastoralplan 2015 der Diözese Speyer Gläubigen und Seelsorgern verordnet.

Angesichts dramatischer Veränderungen auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens bleibt der Bistumsleitung keine Wahl. Um künftige Strukturen tragfähig zu machen, bedarf es angesichts knapper Ressourcen eines geordneten Rückzugs und Umbaus der pfarrlichen Infrastruktur. An den neuen Zuschnitt der drei Großpfarreien mit den Pfarrsitzen in den Stadtkirchen St. Maria, St. Martin und Maria Schutz werden sich die über 30.000 Katholiken des Pfarrverbands gewöhnen müssen. Mobilität und Kreativität, Engagement und Miteinander wird unter Gemeindemitgliedern und Seelsorgern gefragt sein. Noch wird sich die Bistumsleitung einiges einfallen lassen müssen, sollte der Pfarrer nicht zum Manager avancieren und seine eigentliche Aufgabe, die Seelsorge, nicht auf der Strecke bleiben.

Die Belastung für Haupt- und Ehrenamtliche wird zunehmen. Ob das Zukunftsprojekt gelingt, wird entscheidend davon abhängen, zu welchen Reformen die katholische Kirche bereit sein wird, kirchliches Leben für die Menschen attraktiv und glaubwürdig zu gestalten. Dazu besteht Nachholbedarf. Die Basis drängt darauf. (jsw)