
»Mit einem nur an Altersgruppen orientierten Angebot wird die Kirche künftig nicht mehr alle ihre Mitglieder erreichen. Nach den Worten von Professor Michael Ebertz verlangt die pastorale Arbeit heute einen neuen, differenzierten und auf soziale Milieus ausgerichteten Ansatz. Auf Einladung des Katholischen Pfarrverbands Kaiserslautern informierte der Leiter des Zentrums für kirchliche Sozialforschung in Freiburg Pfarrgemeinderäte über die religiöse und kirchliche Orientierung der Bevölkerung in den so genannten „Sinus-Milieus“. Bei der Fortbildung im Großen Saal des Edith-Stein-Hauses skizzierte Ebertz die Ergebnisse der Milieu-Studie, die die Gesellschaft in zehn verschiedene, an Wertvorstellungen orientierte Gruppen einteilt.«
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Danach werden „Traditionsbewusste“, „Konservative“ und „Bürgerliche Mitte“, die insgesamt ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, noch von der Kirche erreicht. Gruppierungen wie „Moderne Performer“, „Experimentalisten“, „Hedonisten“ und „Konsummaterialisten“, die durch aus religiös eingestellt seien, ließen sich nur punktuell oder gar nicht erreichen, so der Religionssoziologe. Kollektiv ließen sich Menschen von der Kirche nur bei „anhaltendem Schmerz“ ansprechen, verwies er auf die Folgen des Amoklaufs am Schulzentrum in Winnenden.
Für die pastorale Arbeit in den Pfarreiengemeinschaften, die nach den Worten von Pfarrverbandsleiter Norbert Kaiser zunehmend durch Priestermangel gekennzeichnet ist, empfahl Ebertz zielgruppengerechte Angebote. Angesichts des Anspruchs, die Frohe Botschaft flächendeckend leuchten zu lassen, komme eine zukunftsfähige Kirche ohne ein qualifiziertes ehrenamtliche Engagement nicht aus, räumte er ein.
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Von einem ermutigenden Beispiel berichtete eine Teilnehmerin aus der Pfarrei Christ König, die jetzt zur Pfarreiengemeinschaft Maria Schutz gehört. „Nach Umwidmung der Pfarrkirche auf dem Lämmchesberg standen wir vor der Frage: Wie überleben wir den Zusammenbruch der Gemeinde?“ Aus dem Zusammenbruch sei mit der Zeit eine neue Gemeinschaft gewachsen. Mit Pfarrsaal, Kindergarten, einer von jungen Familien initiierte Theatergruppe, einer Ökumene mit den Protestanten und deren Kirchennutzung hätten sich neue pastorale Orte formiert, die Hoffnung aufkommen ließen.
Von einer Stärke im Miteinander unterschiedlicher sozialer Milieus sprach Pfarrer Friedrich Schmit von der Pfarreiengemeinschaft St. Theresia. Mit Hohenecken, einem Ort der Tradition, Dansenberg einem Ort der bürgerlichen Mitte und St. Theresia im Uniwohngebiet als einer noch jungen, mehr zur Gruppe von „Experimentalisten“ hin tendierenden Gemeinde sei das kirchliche Leben für alle Beteiligten eine Bereicherung, hob Schmit hervor. (jsw)
Durch die „Milieubrille“ |
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