Brief und Siegel für ökumenische Partnerschaft
»Kaiserslauterer Kirchengemeinden treffen Vereinbarung – Siebte in Bistum und Landeskirche
Speyer/Kaiserslautern (lk). Gelebt wird sie schon seit langem, jetzt ist sie auch offiziell besiegelt: Die ökumenische Gemeindepartnerschaft zwischen der protestantischen Pauluskirchengemeinde und der katholischen Christ König Gemeinde in Kaiserslautern. Es ist die siebte Vereinbarung, die zwischen protestantischen und katholischen Kirchengemeinden im Bereich der pfälzischen Landeskirche und des Bistums Speyer getroffen wurde. Unterschrieben wurde sie im Neujahrsgottesdienst von Pater Ulrich Weinkötz und Pfarrer Gottfried Rust - mit dem ausdrücklichen Segen von Pfarrgemeinderat und Presbyterium.«
„Wir wollen unser ökumenisches Zusammenleben auch weiterhin stärken und fördern, darin Maßstäbe für uns selber setzen und in der Selbstverpflichtung der vorliegenden ökumenischen Vereinbarung mit Leben füllen“, lautet der Text der Urkunde. Ziel sei es, „drängende Fragen des Lebens und des Glaubens immer wieder zum Inhalt gemeinsamer Aktivitäten zu machen“. Die Vereinbarung unterstützt u.a. die Zusammenarbeit zwischen den Kindertagesstätten, eine gemeinsame Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen sowie konfessionsverbindende Ehen und Familien. „Mit dieser Vereinbarung geben wir dem zwischen uns in vier Jahrzehnten gewachsenen Miteinander einen verbindlichen Rahmen und verpflichten uns, dieses Miteinander auch weiterhin zu fördern und zu entwickeln“, heißt es darin außerdem. „Mitgliederrückgang und schwindende finanzielle Möglichkeiten bieten die Chance, in gemeinsamer Anstrengung unseren Auftrag zu erfüllen, nämlich den Menschen die Liebe Gottes in Wort und Tat zu vermitteln“, sagt Rust.
Begonnen habe alles mit einem ersten ökumenischen Gemeindefest vor rund vierzig Jahren, das von dem damaligen evangelischen Pfarrer Klaus Groß und dessen katholischem Kollegen, Pfarrer Robert Abel, ins Leben gerufen worden sei, schildert Rust. „Seitdem feiern wir unsere Gemeindefeste in ununterbrochener Folge gemeinsam.“ Ökumenische Gottesdienste, Frauengesprächs- und Seniorenkreise sowie Projektchöre seien im Laufe der Zeit zu festen Einrichtungen geworden. Aus einem ökumenischen Miteinander habe sich nach und nach eine ökumenische Praxis entwickelt, sagt Rust, der seit 16 Jahren Pfarrer in der Pauluskirchengemeinde ist. Die Verbundenheit zeige sich auch in der gemeinsamen Nutzung der protestantischen Pauluskirche seit 2008.
Seit 2003 gibt es im Bereich von pfälzischer Landeskirche und Bistum ökumenische Vereinbarungen auf Gemeindeebene. Den Anfang machten in Kaiserslautern die katholische Gemeinde St. Martin und die protestantische Stiftskirchengemeinde. Es folgten Bad Dürkheim, Waldfischbach-Burgalben, Frankenthal und zwei in Landau. Auch über Gemeindegrenzen hinaus gibt es in der Pfalz eine „ökumenische Bewegung“. Dazu zählen u.a. eine enge Zusammenarbeit im karitativen und diakonischen Bereich und in der Telefonseelsorge, regelmäßige Konferenzen der Kirchenleitungen, das Ökumenische Gebet im Advent, das Ökumenische Pfälzer Forum und ein ökumenischer Gottesdienst in der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Er wird 2012 am Sonntag, 22. Januar, in der Speyerer Gedächtniskirche mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Kirchenpräsident Christian Schad gefeiert.
11.01.2012, Speyer, Kaiserslautern
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