Ich bin der Meinung...
...dass durch fairen Handel Tausenden in den
Entwicklungsländern geholfen werden kann
Manche sind schon seit 25 Jahren dabei, andere erst später dazu gekommen. Alle wollen etwas unternehmen gegen die Ungerechtigkeit der Welt, und alle sind überzeugt, dass Veränderungen nicht durch Reden, sondern nur durch konkretes Handeln möglich werden.
Im Eine-Welt-Laden geht es darum, Produkte zu vermarkten, für die beim Produzenten in Entwicklungsländern ein fairer Preis bezahlt wird.
Faire Preise für gute Produkte sind keine Selbstverständlichkeit. „Normal“ ist die gnadenlose Ausbeutung von Produzenten in Entwicklungsländern, die sich gegen Weltkonzerne nicht zur Wehr setzen können, sondern akzeptieren müssen, was sie für ihre Produkte bekommen. Das ist in der Regel so wenig, dass die ganze Familie zum Lebensunterhalt beitragen muss mit dem Ergebnis, dass die Kinder keine Schule besuchen können. Damit haben auch sie keine Chance, ihre Le-benssituation später zu verändern.
Einige streng kontrollierte Handelsorga-nisationen wie Gepa oder El puente knüpfen die Kontakte zwischen Produzenten in Entwicklungsländern und Fairen Handelshäusern in Europa. Dazu gehören an erster Stelle die Eine-Welt-Läden, in denen Ehrenamtliche den Verkauf übernehmen. Bei den Lebensmitteln geht es vor allem um Kaffee und Tee, aber auch um Schokolade, Reis, Zucker, Gewürze und vieles mehr.
50 verschiedene Kaffeeangebote und ebenso viele Teeangebote hält der Eine-Welt-Laden in der Steinstraße bereit und ist stolz, dass viele Angebote immer wieder von der Stiftung Warentest für besondere Qualität ausgezeichnet werden. Daneben führt der Laden ein sehr großes Sortiment an Kunstgewerbe, Musikinstrumenten und Büchern.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen im Laden verstehen sich nicht nur als Verkäuferinnen, sondern auch als Vermittlerinnen der Hoffnung auf ein besseres, gerechteres Miteinander auf der einen Welt. Deshalb werden viele Möglichkeiten genutzt, auch außerhalb des Ladens auf fair gehandelte Produkte aufmerksam zu machen. Info- und Verkaufsstände bei Veranstaltungen, in der Gartenschau oder bei der Stiftskirche (siehe Bild) gehören dazu. Evangelische und katholische Kirchengemeinden organisieren Basare z. B. vor Weihnachten. Schulen und Studentengemeinden beteiligen sich immer wieder an Aktionen für den Fairen Handel. Mitarbeiter verschiedener Einrichtungen besorgen fair gehandelten Kaffee für ihre Kantine.
Nicht jeder hat die Möglichkeit, ein Ehrenamt zu übernehmen. Aber wenn alle Bürger wenigstens ein Genussmittel, sei es Schokolade, Tee, Kaffee oder Zucker über den fairen Handel erwerben würden, wäre Tausenden in Entwicklungsländern geholfen.
Dr. Rose Götte, Staatsministerin a.D.
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