Von Bett bis Buch
In der Pariser Straße 28 findet man die „Schatzkiste“
der Neuen Arbeit Westpfalz (NAW)
Wollen Sie vielleicht ein altes Küchenbuffet aus Wirtschaftswunderzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg? Dann kann man Ihnen in der „Schatzkiste“, dem Möbel- und Trödelladen der Neuen Arbeit Westpfalz (NAW) vielleicht helfen. Man findet dieses Schnäppchenparadies in der Pariser Straße 28 in Kaiserslautern, dort wo früher eine bekannte Kaiserslauterer Autowerkstatt untergebracht war. Auf zwei Stockwerken wird man dort seit Anfang 2007 von Bett bis Buch fündig.
Lange suchte die NAW geeignete Räume für den An- und Verkauf ihrer Waren. Mit der zentrumsnahen Halle sowie den Parkplätzen davor, ist man nun voll zufrieden. Das bestätigt Geschäftsführerin Gabriele Schellhammer (Foto), die freilich einräumt, dass man so kurze Zeit nach der Eröffnung noch keinen Überblick über den Jahresumsatz habe. Die Frage, ob sich die Verkaufsstelle trägt, könne derzeit also noch nicht beantwortet werden. Allerdings sind es inzwischen schon etwa 50 Kunden pro Tag, die sich hier nach preiswertem Hausrat umsehen. Während der Öffnungszeiten (Mo., Di., Do. 8.30 bis 17.30 Uhr; Mi. bis 18.00 Uhr; Fr. bis 15.15 Uhr) kommt eine bunt gemischte Kundenschar, die von Roman Lamby und seinem Team freundlich empfangen wird. Hartz-IV-Empfänger gehen hier ebenso ein und aus, wie Studenten oder gut Betuchte.
Wenn die Kunden für ein paar Cent oder Euro ein Stück erwerben, dann haben sie gleichzeitig etwas Gutes getan. Denn die NAW hat, so formuliert es Vorsitzender, Pfarrer Frank Schuster, einen sozialen Hintergrund. Sie kümmert sich um Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben. Hier werden beispielsweise behinderte Personen in Holz- und Warenkunde unterwiesen. Sie lernen wie man Verkäufe abwickelt und was für Formalitäten dabei zu beachten sind. In der Holzwerkstatt wiederum werden alte Möbel aufgearbeitet, oder man stellt Holzspielzeuge her. Die ARGE (Arbeitsgemeinschaft Kaiserslautern) schickt Teilnehmende an Arbeitsgelegenheiten, die für sechs Monate beschäftigt und qualifiziert werden (sogenannte 1 Euro Jobber). Derzeit zählt die NAW allein in der "Schatzkiste" 15 Beschäftigte, drei davon sind Sozialver-sicherungspflichtige.
Bleibt noch die Frage, wie die NAW, die viele Kaiserslauterer schon von deren Wirken in der Glockenstraße kennen, an die Waren herankommt, die sie in der „Schatzkiste“ an die Frau oder an den Mann zu bringen versucht? „Es sind Dinge aus Hauhaltsauflösungen oder sonstige Spenden“, sagt Frau Schellhammer. „Waren kaufen wir keine an. Aber wer uns Sachen (nach einer Vorbesichtigung) übereignet, der hat Transport- und Deponiekosten gespart.“ Wer also gut erhaltenen Hausrat kostenlos abgeben will, kann sich an die NAW wenden, Tel. 0631-416 88-0, oder info@naw-kl.de. Mehr Informationen erhält man außerdem unter www.naw-kl.de.
Text und Bild: Uta Mayr-Falkenberg
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