Hilfe gegen Aufwandsentschädigung
»Hilfe gegen Aufwandsentschädigung
Oganisierte Nachbarschaftshilfe in Kaiserslautern«
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Einmal in Ruhe zum Einkaufen gehen, mit Freunden ein Glas Wein trinken oder ein Konzert besuchen. Viele pflegende Angehörige trauen sich dies nicht, haben Bedenken, die Großmutter oder den alten Vater allein zuhause zu lassen. Ihnen kann geholfen werden, denn seit Juli 2003 bietet die Ökumenische Sozialstation Kaiserslautern e. V. organisierte Nachbarschaftshilfe an.
Die Nachbarschaftshelfer/in hört zu, wenn Geschichten „von früher“ erzählt werden, liest die Zeitung oder ein geliebtes Buch vor, begleitet bei einem Spaziergang in den Garten oder in die Fußgängerzone und vieles mehr. Sie oder er sind keine Haushaltshelfer, sondern stundenweise Betreuer zur Entlastung Pflegender, und haben sich für diese Aufgabe auf ehrenamtlicher Basis gemeldet.
Die Frauen und Männer der Nachbarschaftshilfe – derzeit sind es 11 – stehen mitten im Leben. Sie besitzen das notwendige Einfühlungsvermögen, sind kontaktfreudig und möchten vor allem anderen Menschen Gutes tun. Über die Ökumenische Sozialstation als Koordinierungsstelle können sie von allen Bürgern in dieser Stadt angefordert werden, gleich welchen Pflegedienst eine Familie ansonsten beansprucht. Sie kommen auch zu Bürgerinnen und Bürgern in dieser Stadt, die alleine leben und sich für ein paar Stunden Beleitung durch einen anderen Menschen wünschen.
Alle Nachbarschaftshelfer/innen werden regelmäßig durch die Beratungs- und Ko-ordinierungsstelle begleitet und erhalten in Seminarabenden zu wichtigen Themen das nötige Rüstzeuge für die ehrenamtliche Betreuung von älteren, hilfsbedürftigen Menschen. Sie sind während ihres Einsatzes über die Ökumenische Sozialstation unfall- und haftpflichtversichert. Wer einen Nachbarschaftshelfer engagiert, zahlt pro Stunde den (erschwinglichen Stundensatz von 7,50 Euro. Davon fließen 5,75 Euro an den Betreuer. Der Rest verbleibt zur Finanzierung der Verwaltungskosten bei der Sozialstation.
Auskunft: Ökumenischen Sozialstation e. V. - Beratungs- und Koordinierungs-stelle , Mannheimer Straße 21, 67655 Kaiserslautern, Telefon 0631-316990, Fax 0631-31699201.
Zum Bedauern von Elfi Bauer, Geschäfts-führerin der Ökumenischen Sozialstation e.V. (Foto) wird die Nachbarschaftshilfe nicht so angekommen, wie es wünschenswert wäre. Die geleisteten Einsätze waren 2006 rückläufig. Sie beliefen sich auf 232 (im Vorjahr 340) Einsätze mit 293,6 Stunden (im Vorjahr 496,25) Stunden. Frau Bauer führt dies weniger auf ein Informationsdefizit zurück. Vielmehr hätten sich pflegende Angehörige oftmals so sehr in ihre verantwortungsvolle Rolle hineingelebt, dass sie nicht mehr loslassen können. Frau Bauer: „Die betrachten es oftmals als verantwortungslos, ihren Schützling einem „wildfremden“ Menschen anzuvertrauen, auch nur für ein paar Stunden. Viele Pflegende merken gar nicht mehr, dass sie überlastet sind.“
Elfi Bauer/umf.
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