Bibel in gerechter Sprache

»Die Neue plus Luther – alles in Butter! Die „Bibel in gerechter Sprache“ schaut dem Volk erneut aufs Maul«

Vorstellung der neuen Bibel

Vorstellung „Bibel in gerechter Sprache“ für die Pfalz: Sonntag, 10. 12., 10 Uhr im Gottesdienst in der „Kleinen Kirche“. Es wirken mit: Für die Herausgeber Pfarrer Erhard Domay, für die Übersetzerinnen die pfälzische Theolo-gin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, für die Fördernden des Projektes Pfarrer Frank Schuster sowie für den Kirchenbezirk Dekanin Angelika Keller.

Die Neue plus Luther – alles in Butter!
Die „Bibel in gerechter Sprache“ schaut dem Volk erneut aufs Maul


Die „Bibel in gerechter Sprache“ ist eine neue, von 52 fachkundigen Frauen und Männern erarbeitete Bibelübersetzung, die zur Buchmesse 2006 im Gütersloher Verlagshaus erschienen ist. Sie berücksichtigt, dass wir heute anders denken und sprechen als zum Beispiel zur Zeit der Reformation. Zudem hat die Bibelwissenschaft viele neue Erkenntnisse gebracht. All dies wird in der neuen Bibel sichtbar.
Beim Übersetzen eines Textes geht es um größtmögliche Genauigkeit. Dabei ist zu überlegen, welche gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse die Wortwahl geprägt haben. Was einmal selbstverständlich war, ist nicht immer ausdrücklich erwähnt worden. So werden Frauen oft nicht genannt, was zu der irrigen Annahme führt, sie wären nicht angesprochen gewesen.

Schon allein daraus wird ersichtlich, dass alle überlieferten Texte und Übersetzungen eingefärbt sind. Daraus folgert: Es gibt immer nur annähernd richtige Übersetzungen. Aber Einfärbungen, zum Beispiel patriarchale, können erkennbar gemacht werden. Am spannendsten ist dies, wenn es um das Gottesbild geht, das traditionell (zum Beispiel in Luthers Gottesbezeichnung „Herr“) ausschließlich männlich geprägt, in der Bibel selbst aber gerade nicht auf weiblich oder männlich festgelegt ist, sondern geheimnisvoll und unaussprechlich bleibt.

Wichtig ist auch die Hervorhebung der jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubes. So muss eine Übersetzung deutlich machen, dass mit dem „neuen“ Testament das „alte“ nicht ungültig wird.

Schließlich kündigt die Bibel von der Gerechtigkeit Gottes und ist damit in der antiken Literatur konkurrenzlos. Denn sie steht auf der Seite der kleinen Leute, die unter vielen Ungerechtigkeiten zu leiden haben.

So will die „Bibel in gerechter Sprache“ für die traditionellen Übersetzungen eine sachkundige und engagierte Partnerin sein. Sie bietet Einleitungen in die biblischen Bücher und ein ausführliches Glossar, das alle wichtigen Begriffe erläutert und die Spannweite der Übersetzungsmöglichkeiten vorstellt.

Pfarrer Erhard Domay, Landau