Kirchen in Kaiserslautern

    sitemap  |  Impressum  |  Druckversion   



Kirche in der City

»„Kirche in der City“ Pfarrer Stefan Bergmann zimmert ihr ein Profil«

Fragt man in Kaiserslautern, was Wahrzeichen oder Mittelpunkt der Stadt ist, so werden viele Bürger ohne zu zögern antworten: die Stiftskirche. Unter festlichen Geläut ruft sie zu Gottesdiensten, zu Hochzeiten, Taufen. Sie ist der Ort für Kirchenkonzerte, für Vorträge, für Ausstellungen – und seit kurzem auch einer, der an bestimmten Wochentagen (Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag) durchgehend geöffnet hat. Viele empfanden es schon während der Fußball-WM als wohltuend, dass sie der lärmenden Fröhlichkeit draußen, beruhigende Stille drinnen entgegen setzen konnten. Und erstaunlich viele, nämlich einige Tausend, hatten das Bedürfnis danach.

Wer heute in der Stadt unterwegs ist, kann nun beinahne jeden Tag durch die geöffneten dunklen Bronzeportale schreiten, sich von der majestätischen Architektur und leiser Kirchenmusik umfangen lassen und erhält im Bedarfsfall Antwort auf Fragen bei freundlichen Kirchenhütern. Mehr noch: Wer ein vertiefendes Gespräch sucht, sei es weil er Kummer oder Probleme hat, oder ganz einfach nur mal reden will, wird es bekommen. Es wird jemand für sie oder ihn da sein, der Zeit hat.

Die Kirche im Stadtmittelpunkt, in der City, wie das heute heißt, ist ein neues Projekt des Protestantischen Dekanats Kaiserslautern und hat in Dekanin Angelika Keller eine eifrige Mentorin. Ihr sind die in mehrfacher Hinsicht weit geöffneten Kirchentore so viel wert, dass seit April eine halbe Pfarrstelle dafür zur Verfügung steht. Besetzt ist sie mit Pfarrer Stefan Bergmann, dessen Büro man im Erdgeschoß des Kirchenverwaltungsgebäudes gleich neben der Stiftskirche findet. Ihm obliegt nun die Aufgabe, der ‚City-Kirche’ ein Profil zu zimmern. Unterstützt wird er dabei von Klaus Braun, von der kirchlichen Initiative „Brücken bauen“.

Erste Ergebnisse sind im Kircheninneren sichtbar. Dieses wurde von allem ablenkenden Beiwerk befreit. Der Blick kann sich nun konzentrieren, auch auf den Chorraum, wo seit neuestem brennende Kerzen die Feierlichkeit des Raumes untermalen und in Kürze eine Andachtsecke zum Gebet einlädt.

Pfarrer Bergmann sagt, dass es keine fertigen Konzepte für eine City-Kirche gibt, obwohl er von Gelsenkirchen bis Reutlingen unterwegs war. Er will nun ein maßgeschneidertes Angebot für Kaiserslautern ausarbeiten. In der Stiftskirche soll beispielsweise jeden Freitag von 20 bis 24 Uhr, wenn das Weekend-Publikum durch die Stadt flaniert, eine sogenannte Abendkirche mit speziellen Angeboten in der Zeit von 21 bis 23 Uhr zum Verweilen einladen. Jeden dritten Freitag im Monat ist Solomusik, jeden vierten Jazz, und falls es einen 5. Freitag gibt, eine Orgelmeditation vorgesehen.


Finanziell kann Pfarrer Bergmann keine großen Sprünge machen. Fantasie und Kreativität sind also gefragt, wobei er sich Aktionen nicht nur für die Stiftskirche, sondern auch für den Kirchenkiosk in unmittelbarer Nachbarschaft einfallen lassen soll. Offiziell vorstellen wird sich die „Kirche in der City“ mit einem Apfelfest am Vortag von Erntedank, am Samstag, dem 30. September.

Hinsichtlich seiner neuen Arbeit ist Pfarrer Bergmann voller Zuversicht. Zu „Kirche in der City“ sagt er im übertragenen Sinne: „Wer in eine solche Kirche geht, hat irgend etwas mit Gott vor und will etwas erfahren“.

Weitere Informationen www.citykirche-kl.de
Uta Mayr-Falkenberg