Gottesdienste sind noch zeigemäß
»Ich bin der Meinung: Gottesdienste sind noch zeitgemäß«
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In die Kirche gehen doch nur alte Leute. Die wollen doch nur gesehen werden. Das ist ziemlich langweilig. Immer die alten Lieder. Wie oft höre ich das – vor allem von Leuten, bei denen ich gar nicht weiß, woher die das wissen wollen. Ich kann mich nicht erinnern, die im Gottesdienst gesehen zu haben. Aber man hat halt so seine Vorstellungen. Und einmal war man dort – da war es vielleicht wirklich auch so.
Gemeinde feiert Gottesdienst am Sonntag, am Anfang der christlichen Woche.Was da zusammenkommt, ist Gemeinde. Und Gott weiß mit denen, die da sind, mit seiner Gemeinde immer etwas anzufangen. Das war schon in der Bibel so. Wenn etwas dem Glauben Entsprechendes aus dem Christen herauskommen soll, dann muss es zuvor hineingetan worden sein. 'Der Glaube kommt aus dem Hören' – sagt der Apostel Paulus.
Der Glaube kommt nicht aus uns selbst.
Es ist richtig – zu hören gibt es im Gottesdienst viel. Und wer hört, der erlebt Hilfe für den Alltag, Kraft für schwere Zeiten,
der empfängt gute Worte, die er weitergeben kann. Denn im Gottesdienst der Christen dient Gott seiner Gemeinde. Ja, wir haben einen Gott, der uns dienen will.
Natürlich, man kann auf diesen dienenden Gott verzichten - und alles selbst machen wollen. Sich nichts schenken lassen wollen, das ist Sünde – Distanzierung von Gott, hat ein bekannter Theologe unserer Tage gesagt.
Und wie viel kann einem da geschenkt werden: Gute Worte eben, Lieder, die mit den vielen Generationen vor uns verbinden, die schon so viele vor uns gesungen haben, Gebete, von denen Kraft ausgehen kann.
Gottesdienst feiern wir gemeinsam, damit uns der Glaube nicht ausgeht. Denn der Glaube sollte schon immer wieder erneuert werden, einer Inspektion unterzogen werden, damit er wirklich zum Leben hilft, Glaube muss auftanken, damit Christen weiterkommen – eben im Gottesdienst der versammelten Gemeinde. So können Christen bereit werden zum zeitgemäßen Gottesdienst im Alltag der Welt. Christen haben einen Auftrag für die Welt.
Ihr Pfarrer Bernhard Eicher
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