
»Abend der Begegnung zum Auftakt des Speyerer Besuchs in der Stiftskirche Die Visitation des Protestantischen Kirchenbezirks Kaiserslautern durch den Landeskirchenrat begann in der Stiftskirche mit einem unterhaltsamen Abend der Begegnung. Dazu hatte Kirchenpräsident Eberhard Cherdron eingeladen.«
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Vor vielen Gästen aus dem kirchlichen, politischen und gesellschaftlichen Leben stimmte Cherdron auf den Anlass seines Besuches ein. Heute könne er bei der Visitation eines Kirchenbezirks davon ausgehen, dass alles in Ordnung sei. „Das war in vergangenen Jahrhunderten nicht immer so.“ Pfarrer hätten von der Kanzel das Fluchen, Fressen und Saufen von Gemeindegliedern angeprangert. Heute gelte es bei einer Visitation, Probleme kirchlichen Handelns in der Stadt aufzuzeigen. Bereits jetzt könne er sagen, mit einem guten Eindruck nach Speyer zurückzukehren, verteilte er Vorschusslorbeeren. Er erinnerte an die Pfälzer Kirchen-Union von 1818, die in zehn Jahren ihren 200. Geburtstag feiere. „Die Vereinigung von lutherischer und reformierter Kirche zu einer Protestantischen Kirche ist ein Vorbild für die evangelische Kirche in ganz Deutschland,“ sagte Cherdron.
In Talkrunden hinterfragte Wolfgang Schumacher, Pfarrer und Verlagsleiter des Evangelischen Presseverlages Pfalz, Oberbürgermeister Klaus Weichel und Landrat Rolf Künne nach dem Verhältnis zwischen Kommunen und Kirche. Weichel sprach von einem „hervorragenden Zusammenarbeit“. Probleme tauchten auf, wenn es um die Finanzierbarkeit von Maßnahmen gehe, verwies er auf die angespannte Haushaltslage der Stadt. Weichel würdigte das Engagement der Kirche in der Kindertagesstättenarbeit. Kein großes Konfliktpotential sah der Verwaltungschef zwischen dem Sonntag als Feiertag und den erweiterten Öffnungszeiten des Handels an Sonntagen zur Attraktivierung der Innenstadt. Ein Augenmerk will Weichel weiter auf den Ausbau Kaiserslauterns zur sozialen Stadt werfen. Durch Programme wolle er verhindern, dass Menschen in soziale Randlagen abrutschen.
Aufgeschlossen gegenüber der Kirche gab sich auch Landrat Künne. Zwei Einrichtungen für Behinderte, deren Träger Diakonie und Caritas seien, lägen in seinem Landkreis. Fast die Hälfte der Kindertagesstätten im Landkreis seien in kirchlicher Trägerschaft. „Ich bin sehr daran interessiert, dass die Kirchen weiter bei der Stange bleiben.“ Als segensreiche Einrichtung wertete er die nach der Flugzeugkatastrophe von der Kirche initiierte Notfallseelsorge. Ein stärkeres Engagement der Kirche wünschte er sich für den Besuchsdienst von alten Menschen.
Dekanin Angelika Keller zeigte sich erfreut über den amtlichen Besuch aus Speyer. „Wir haben uns gut auf die Visitation vorbereitet.“ Sie dankte allen, die zum Visitationsbericht und zum Abend der Begegnung beigetragen haben. „Trauen Sie sich, mit den Kirchenräten ins Gespräch zu kommen“, ermunterte sie die Gäste.
Mit Zigeunerliedern von Schumann und Brahms verlieh der Westpfälzer Kammerchor unter der Leitung von Beate Stinski-Bergmann dem Auftakt der Visitation einen musikalischen Rahmen. Eine Powerpoint-Präsentation von Oliver Schreyer und Klaus Braun informierte über die zahlreichen Betätigungsfelder der Protestanten in Kaiserslautern. Bei Pfälzer Tropfen und Fingerfood ging es im Hauptschiff der Stiftskirche gesellig und gesprächig zu. (jsw)
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