Kirchen in Kaiserslautern

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Kirche muß sich verändern

»Reformationsfeier des protestantischen Kirchenbezirks Kaiserslautern „Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Kirche muss sich verändern. Im Umfeld ist vieles anders geworden.“ Mit der Reform jetzt zu beginnen, die Herausforderungen der Zeit anzunehmen und den Wandel zu gestalten, dazu hat Pfarrer Steffen Schramm vom Institut für kirchliche Fortbildung, Landau, bei der Reformationsfeier des Protestantischen Kirchenbezirks Kaiserslautern am Montagabend im Gemeindezentrum Alte Eintracht aufgerufen.«

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Vor vielen Besuchern erinnerte Steffen, was es heißt, Reformation zu feiern, wie sich die protestantische Kirche seit Luther entwickelt hat und wie sich Kirche künftig organisieren muss. Die Kirche sei aus der Reformation hervorgegangen und habe sich immer verändert. Der Ursprung der Kirche sei Gottes rechtfertigendes Handeln in Jesus Christus, betonte er. Dazu benötige die Kirche Institutionen und Dienste.

Reformation feiern bedeute, Kirche so zu organisieren, dass sie unter den heutigen Bedingungen Kirche sein könne. Kirche habe sich immer mit der Veränderung der Gesellschaft entwickelt, erläuterte Steffen den Prozess am Beispiel von Mitgliederzahlen, Kirchenbauten und kirchlichen Diensten. Die Trennung von Wohnung und Arbeitsplatz, die Entstehung der Freiheit, Mobilität und Massenkommunikation bedürften einer funktionierenden Kirchenorganisation, um den Menschen in seinem Lebensmittelpunkt aufzusuchen.

Eine Weiterentwicklung der Kirche sei notwendig, weil Mitglieder, Personal und Finanzierungsmittel rückläufig seien. Schramm: „Die Folge ist die Einschränkung einer signifikanten Handlungsfähigkeit.” Gemeinden müssten künftig stärker kooperieren und sich vernetzen. Jede Gemeinde könne nicht mehr alles leisten, der Pfarrer nicht mehr selbst für alles zuständig sein.

Neue Zeiten brauchten neue Arbeitsformen. „Wir brauchen eine Integration der Konzepte, ein Umdenken. Nicht mehr ich und meine Gemeinde kann es künftig heißen, sondern wir und unser Kirchenbezirk.” Dazu gebe es keine Alternative. „Den Wandel müssen wir jetzt gestalten”, sagte Schramm.

Dekanin Angelika Keller erklärte, Reformation sei in der protestantischen Kirche Tradition. Jede Veränderung bringe Ängste und Befürchtungen mit sich, aber auch die Kraft, den Wandel zu gestalten.

Begonnen hatte die Reformationsfeier mit einer Andacht in der Kleinen Kirche. Pfarrer Frank Schuster, Senior des Kirchenbezirks, skizzierte in seiner Ansprache am Beispiel einer jungen Frau, warum es sich lohne, sich im Presbyterium einer Gemeinde zu engagieren, auch wenn die „fetten Jahre” vorbei seien. „Es geht um Jesus und seine Nachfolge.” Wer sich zu Gott bekenne, gehe keinen leichten Weg. Doch schlimmer als der Tod sei es, mit dem Leben gar nicht erst zu beginnen. Schuster ermutigte, Gott angstfrei zu vertrauen und kraftvoll Kirche zu sein. „Kirche wird sich verändern, aber nicht untergehen”, so der stellvertretende Dekan. (jsw)