Kirchen in Kaiserslautern

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Beck: Kirche soll sich in gesellschaftliche Debatten einmischen

»Ministerpräsident fordert beim Zukunftskongress der Landeskirche mutigere Stellungnahmen Für den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck sollen möglichst viele „Kirchen im Dorf bleiben“, damit die Kirche weiterhin nahe bei den Menschen wirken könne. In Anbetracht der vielfältigen Lebensverhältnisse und persönlichen Schicksale blieben Seelsorge, Diakonie, Jugendarbeit und Bildung wichtige Elemente des kirchlichen Engagements, das in seiner Bedeutung für das Gemeinwesen nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Gemeinsam mit Pfarrer Steffen Bauer sprach Beck als „Mutmacher“ bei der Abschlussandacht des Zukunftskongresses der Evangelischen Kirche der Pfalz in der Stiftskirche in Kaiserslautern.«

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Bei allen notwendigen Debatten über Struktur und Finanzfragen dürfe die Nähe zu den Menschen niemals aus dem Auge verloren werden, sagte Beck. Die Kirche sei kein Selbstzweck, sondern habe einen göttlichen Auftrag. Hierzu gehöre das an Bibel und Tradition orientierte Zeugnis der Kirchen und ihrer Mitglieder in den aktuellen gesellschaftlichen Debatten. „Als Politiker wünsche ich mir bisweilen mutigere und entschiedenere Stellungnahmen. Sie können dann die Grundlage für eine eigene, an den christlichen Werten orientierte Entscheidungsfindung sein“, sagte Beck.

Der Ministerpräsident sprach den rund 650 Teilnehmern des Kongresses Mut zu, sich weiter für eine menschenfreundliche Kirche einzusetzen und dankte ihnen „stellvertretend für die vielen haupt- und ehrenamtlich Engagierten in der Evangelischen Kirche der Pfalz“.

Für Steffen Bauer vom Institut für Organisationsentwicklung in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau soll es bei den Reformprozessen in der Kirche in erster Linie um Inhalte und nicht nur um Gebäude oder Personal gehen. Freilich dürften die finanziellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht außer Acht gelassen werden, die pfälzische Landeskirche sei jedoch „auf diesem Feld weiter, weil klarer, einheitlicher, strukturierter als Andere“.

Bauer, der als Berater auch in pfälzischen Kirchenbezirken tätig ist, bescheinigte den Verantwortlichen auf den verschiedenen Ebenen, motiviert und engagiert zu sein, „sich aber mitunter das Leben ganz schön schwer zu machen“. Ereignisse wie der Zukunftskongress seien eine Gelegenheit, miteinander zu sprechen und sich gegenseitig zu bereichern. „Um etwas Gutes auf den Weg zu bringen, braucht es Begegnung und Austausch“, sagte Bauer.

Die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter ermutigte Bauer dazu, Gewohnheiten des Gemeinde- und Kirchenlebens zu unterbrechen und sich nicht immer mehr aufzuladen. „Wo Neues entstehen soll, da müssen wir uns auch fragen, was wir stattdessen weglassen“, sagte Bauer.

Beim Zukunftskongress der Evangelischen Kirche der Pfalz in Kaiserslautern präsentierten sich einen Tag lang rund 80 Gemeindeprojekte. Sieben Foren bildeten die landeskirchlichen Themenbereiche wie Jugendarbeit, Bildung und Diakonie ab. Zum Auftakt des Kongresses, zu dem rund 650 Teilnehmer kamen, betonte Kirchenpräsident Christian Schad, dass in den vergangenen Jahren vor allem auf die Verluste geschaut worden sei – „weniger Menschen, weniger Kirchenmitglieder, weniger Geld“. Das dürfe jedoch nicht den Blick verstellen für gegenläufige Entwicklungen. Religion und Kirche gewännen an Bedeutung und neuer Aufmerksamkeit.

Pfälzer Beispiele guter Praxis im Internet
Projekte des Zukunftskongresses präsentieren sich auf der Internetplattform geistreich.de

Geistreich.de ist eine Internetplattform der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Diese Plattform ermöglicht Praktikerinnen und Praktikern der Kirche ihre Projekte vorzustellen, diese Projekte zu verbessern, darüber zu diskutieren und sich darüber auszutauschen.

http://www.evkirchepfalz.de/glaube-und-leben/geistreich.html