Kirchen in Kaiserslautern

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Kleine Kirche besteht seit 300 Jahren

»Im Weltkrieg den Zerstörungen getrotzt

Vor 300 Jahren wurde ihr Grundstein gelegt: Die Kleine Kirche am Unionsplatz in Kaiserslautern ist ab dem 16. Juli 1711 sechs Jahre lang errichtet worden. Als einzige Kirche in der Stadt blieb sie im Zweiten Weltkrieg von allen Zerstörungen verschont. Das Jubiläum wurde am Sonntag, 17. Juli, in der Kirche mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert.«

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Errichtet wurde das Sakralgebäude als lutherische Kirche in der Stadt, die bis dahin reformiert geprägt war. Nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs waren mit den Soldaten auch immer mehr Lutheraner zugezogen, weiß Pfarrer Ingo Holzapfel. Die Neubürger hätten den Wunsch nach einer eigenen Kirche gehabt. Mithilfe des in Kaiserslautern stationierten Militärs konnte das Bauprojekt verwirklicht werden.
Mehr als 100 Jahre habe die Kleine Kirche nur der lutherischen Gemeinde gedient. Mit der Union zwischen Reformierten und Lutheranern sei sie nach der Stiftskirche zum zweiten Gotteshaus der Kaiserslauterer Protestanten geworden. Im 19. Jahrhundert sei sie auch für kurze Zeit von den Altkatholiken mitgenutzt worden, und in den Jahren 1977 und 1978 haben die Pfarrgemeinde St. Martin in ihr Gottesdienste gefeiert, als ihre Kirche renoviert wurde.
Die Kleine Kirche selber wurde in den Jahren 1991 bis 1993 gründlich instand gesetzt. Jeden zweiten Sonntag im Monat werden dort Gottesdienste gefeiert. Durch ihre bauliche Verbindung mit dem benachbarten Gemeindezentrum Alte Eintracht biete sie sich auch Sonderveranstaltungen und Konzert geradezu an, so Holzapfel. Die Kleine Kirche beherberge zwei ganz besondere Schätze.
„Wir haben hier die einzige historische Orgel in einer protestantischen Kirche in Kaiserslautern - die Walcker-Orgel von 1910 – und die älteste Glocke Kaiserslauterns überhaupt“, sagt der Pfarrer. Die Glocke wurde 1863 von dem Kaiserslauterer Gießer Georg Hamm geschaffen. Eine kleine Ausstellung mit Fotos und Informationen über die Kleine Kirche ist ab dem 15. August bis 11. September täglich nachmittags von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Das Baujubiläum der Kleinen Kirche wird auch Gegenstand der Reformationsfeier am 31. Oktober sein.
Joachim Schwitalla