Kirchen in Kaiserslautern

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Taufe - welche Rolle spielen die Paten?

Das Patenamt ist eine wichtige Funktion in unserem kirchlichen Leben und stellt eine große Verantwortung dar. Gemeinsam mit den Eltern übernehmen die Paten und Patinnen eine Funktion in der Erziehung des Kindes. Sie helfen den Eltern, das Kind auf seinem Weg ins Erwachsenenleben zu begleiten, und versprechen, ihm Zugänge zum christlichen Glauben zu eröffnen.

Das Patenamt hat eine lange Tradition. Bereits in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten gibt es Paten. Damals bestand deren Aufgabe darin, die stattgefundene Taufe gegenüber der Kirche und ihren Vertretern zu bezeugen - so etwas wie lebendige Taufurkunden. Inzwischen hat sich die Funktion der Paten geändert: Es geht nicht mehr um Bezeugung eines Vorgangs, sondern um mitverantwortliche Begleitung eines Menschen, bis dieser Mensch in der Lage ist, seine eigenen Schritte zu gehen.

Häufig findet sich das Mißverständnis, als sei das Patenamt eine Funktion auch im weltlichen Rechtsbereich: Sollten die Eltern versterben, komme dem Paten automatisch Elternfunktion zu. Dies ist nicht der Fall. Sicherlich kommt den Paten eine besondere Funktion im Leben ihres Patenkindes zu, aber eine auch im rechtlichen Sinne vollgültige "Elternstellvertretung" sind sie nicht. Ihre Aufgabe bezieht sich zunächst nur auf den christlich-kirchlichen Bereich.

In der Regel suchen Eltern für ihre Kinder als Paten Menschen aus, denen sie vertrauen und denen sie zutrauen, dieser Aufgabe über viele Jahre gewachsen zu sein. Mehr und mehr gibt es leider die enttäuschende Erfahrung, daß Paten und Patinnen sich sehr schnell zurückziehen. Ganz vermieden werden kann das wohl nicht. Es ist aber ein Hinweis darauf, daß Eltern bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe große Sorgfalt walten lassen sollen und den "Kandidaten und Kandidatinnen" fürs Patenamt deutlich machen müssen, welche Tragweite diese Entscheidung auch für ihr Leben hat.

Ein weiteres Mißverständnis ist, daß das Patenamt sich in der Gabe großer Geschenke erschöpft. Erfahrungsgemäß ist es dem Kind aber wesentlich dienlicher, wenn es Geschenke wie Zeit oder offene Ohren erhält. Kinder brauchen Begleitung - und gerade in den schwierigen Phasen, wenn die Pubertät beginnt, sind sie manchmal dankbar für Ansprechpartner, die nicht ihre Eltern sind.

Das Versprechen, Zugänge zum christlichen Glauben zu eröffnen, läßt sich dadurch leicht einlösen: Begriffe wie Treue, Solidarität, Hoffnung, Liebe und Verantwortung werden von Kindern im täglichen Leben mit Eltern und Paten erlebt. Den Wert des christlichen Glaubens erfahren sie am besten darüber, daß er auch für das Leben der Erwachsenen von großem und tragendem Wert ist.