Taufe - woher?

In der evangelischen Kirche gibt es zwei Sakramente: das Abendmahl und eben die Taufe. Damit soll gesagt sein, daß diese beiden Dinge unbedingt zum Christsein dazu gehören. In der Taufe gehen wir bewußt die Gemeinschaft mit Gott ein und im Abendmahl vergewissern wir uns stets aufs Neue dieser Gemeinschaft. Beide Sakramente sind uns durch die Bibel überliefert. Jesus selbst ist von Johannes dem Täufer am Jordan getauft worden als ein Zeichen dafür, daß er zu Gott gehört, und dieses Zeichen hat er uns hinterlassen.

In der frühen Kirche hat man vor allem Erwachsene getauft, in den letzten Jahrhunderten hat sich die Kindertaufe durchgesetzt. Beides macht Sinn: Wenn wir Kinder taufen, zeigen wir damit, daß wir vor Gott nichts leisten müssen, um uns seine Liebe zu verdienen - sie wird uns einfach geschenkt. Wenn wir Erwachsene taufen, zeigen wir damit, daß Menschen diese Liebe in ihrem Leben erfahren haben und sich darum Gott bewußt zuwenden.

Für viele ist die Taufe - vor allem die Säuglingstaufe - noch immer eine Selbstverständlichkeit. Sie ist verbunden mit einem besonderen Tag, an dem die Familie zusammenkommt und miteinander ein Fest feiert. Für einen kurzen Moment ist der Alltag unterbrochen und Zeit für Gedanken: ein neues Leben hat begonnen und ein neuer Lebensabschnitt für die ganze Familie.

Für die Kirche ist die Taufe auch ein Zeichen der weltweiten Gemeinschaft. Sie wird von den meisten Kirchen gegenseitig anerkannt. Wenn Menschen getauft werden, stehen sie nicht nur in der Gemeinschaft ihrer Familie, ihrer Kirchengemeinde, ihres Kirchenbezirks, sondern in der Gemeinschaft der weltweiten Christenheit.