Einweihung der Weidenkirche

»Die Gartenschau in Kaiserslautern ist um eine Attraktion reicher, die Kirchenlandschaft in der Region vielfältiger geworden. Nach knapp sechsmonatiger Bauzeit wurde auf dem Kaiserberg eine Kirche aus Weiden in Dienst gestellt.«


Weidenkirche auf dem Gartenschaugelände ermöglicht eine andere Dimension der Begegnung mit Gott

Die Gartenschau in Kaiserslautern ist um eine Attraktion reicher, die Kirchenlandschaft in der Region vielfältiger geworden. Nach knapp sechsmonatiger Bauzeit wurde am vergangenen Sonntag auf dem Kaiserberg eine Kirche aus Weiden in Dienst gestellt. Ein ungewöhnliches Bauwerk, das Gartenschaugeschäftsführer Thomas Zinßmeister nach dem Vorbild der Weidenkirche der Internationalen Gartenschau-Ausstellung in Rostock mit 70 freiwilligen Helferinnen und Helfern in die Tat umsetzen ließ. Zur Einweihung der Kirche am Nachmittag des Muttertags hatten sich trotz schlechten Wetters mehrere hundert Menschen eingefunden.

Den Ansprachen von Oberbürgermeister Bernhard Deubig und Landrat Rolf Künne folgte ein ökumenischer Gottesdienst. Ihm standen Dekanin Angelika Keller von der protestantischen Stiftskirchengemeinde, Pfarrer Norbert Kaiser von der katholischen Pfarrei St. Martin und Pfarrer Scott Morrisson von der lutherischen St. Michaelis Gemeinde vor.

Deubig unterstrich die Symbolkraft, die von der offenen Weidenkirche auf die Ökumene und auf große Teile der Gesellschaft ausgehe. „Die Kirche ist mit ihrer Offenheit ein Zeichen, das in die Zukunft weist.“ Auch sei das Bauwerk ein Beispiel dafür, dass Gemeinsamkeit stark mache. Die Tatsache, dass sich Woche für Woche bei Wind und Wetter Frauen und Männer zusammengefunden hätten, um einen freiwilligen Beitrag zu leisten, bezeichnete der Verwaltungschef als „echten Lauterer Geist“.

Künne wertete die Inbetriebnahme der Kirche als einen besonderen Tag der Freude. Er lobte die Offenheit und die Weite, die von dem Bauwerk ausgingen. Der Ort lade ein, gemeinsam zu beten und Gottesdienste zu feiern. „Wenn die Kirchen immer so voll wären, würden sich die Pfarrer freuen“, sagte Künne mit Blick auf die vielen Menschen, die sich in und um die Kirche versammelt hatten.

Mit Stolz blickte Thomas Zinßmeister auf das vollbrachte Werk. Er nahm die Fertigstellung zum Anlass, allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, Sponsoren und Freunden der Weidenkirche für ihren großen Einsatz zu danken. „Ohne Euer Miteinander hätten wir die Kirche nicht bauen können.“ Als Anerkennung bekam jeder Helfer eine Münze überreicht, die eigens für die Weidenkirche in limitierter Auflage geprägt wurde.

In der ökumenischen Andacht stellten die Geistlichen von drei Konfessionen die Weidenkirche als einen Ort heraus, der eine andere Dimension der Begegnung mit Gott ermögliche. Dekanin Keller wertete die Weidenkirche als eine Bereicherung für die Region. „Sie ist ein Ort der Begegnung mit Gott und den Mitmenschen. Ein Ort, an dem Gott gelobt wird, der Himmel und Erde geschaffen hat.“ Weiter sagte Keller, Kirche werde erst dann zur Kirche, wenn Menschen in ihr sind, die Gott suchen.
Kaiser bezeichnete die Kirche als ein großartiges Werk, bei dem die Natur zum Gotteshaus geworden sei. Gott sei an keinen Ort und an keine Zeit gebunden. „Er spricht zu den Menschen, wann und wo er will.“ Dass die Kirche nach allen Seiten offen sei, sei gleichbedeutend dafür, dass der Himmel allen offen steht. Kaiser: „Gott ist in Jesus zu uns Menschen herabgekommen. Er begegnet uns in der Natur, in allem, was ist.“ Pfarrer Morrisson pries mit einem Psalm die Schöpferkraft Gottes.

Musikalisch gestalteten der Musikverein Rodenbach und der Chor „PopSwiGo“, der Erfenbacher Kolpingfamilie die Feier. Künftig wird eine Glocke, die eigens an der Technischen Universität Kaiserslautern für die Weidenkirche aus Bronze gegossen wurde, jeweils sonntags um 11 Uhr auf dem Kaiserberg zum Gottesdienst läuten.

Die Entstehung der Weidenkirche wurde auf einem Videofilm dokumentiert. Der Videofilm ist ein gutes Beispiel dafür, wie man sich gemeinsam über Konfessionen und Berufe hinweg für die Umsetzung einer Idee engagieren kann. Die Filmkassette wird an Gruppen zur Kommunionvorbereitung kostenlos abgegeben. Darüber hinaus ist der Videofilm zum Selbstkostenpreis von 16 Euro erhältlich. Kontakt: Gartenschau Kaiserslautern GmbH, Turnerstraße 2, 67659 Kaiserslautern, Telefon 06 31 / 71 00 7 – 00, Fax 06 31 / 71 00 7 – 26.

Joachim Schwitalla