
»„Die Weidenkirche liegt uns am Herzen“ Vor fünf Jahren wurde die Weidenkirche auf dem Gelände der Gartenschau errichtet und Indienst gestellt. Seit der Zeit hat die Kirche aus Weidengeflecht, die von der evangelischen und katholischen Kirche zu Gottesdiensten, zu Trauungen aber auch zu kulturellen Veranstaltungen genutzt wird, Tausende von Besuchern auf den Kaiserberg gelockt. Anlässlich des Jubiläums luden die „Freunde der Gartenschau“ am ersten Sonntag im Monat Mai zu einem Gottesdienst und einem bunten Programm rund um den „Weidendom“ ein.«
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Unter blauem Himmel, umgeben vom jungen Grün des Weidengeflechts und der erblühten Natur feierten Dekanin Angelika Keller, Pfarrerin der protestantischen Stiftskirchengemeinde, und Pfarrer Norbert Kaiser, der Leiter des katholischen Pfarrverbands Kaiserslautern, mit einer großen Besucherschar einen ökumenischen Gottesdienst.
Thomas Zinsmeister, der ehemalige Geschäftsführer der Gartenschau, sei es gewesen, der die Idee zu der Weidenkirche hatte und sie mit der Hilfe von tüchtigen Frauen und Männern in die Tat umgesetzt habe. Der nach Osten ausgerichtete Bau, dessen sieben Abschnitte an die Schöpfungsgeschichte erinnern, werde sofort als Kirche wahrgenommen, sagte Keller. Für die beiden großen Konfessionen biete die Weidenkirche ein idealer Ort, Gottesdienste zu feiern, zu beten und zu singen. Kaiser verwies darauf, dass die Gartenschau unter der Leitung der Lebenshilfe Menschen mit Behinderungen eine neue Perspektive gebe. Behinderte rückten mehr in die Öffentlichkeit. Das sei ein erster Schritt zur Integration. Jesus habe den Menschen vorgelebt, dass Zuwendung vordringlich den Schwachen zu gelten habe, betonte er.
In ihren Ansprachen erinnerten die Geistlichen an die Schöpfung, die Bedeutung des Gartens und der Natur. Die Güte Gottes ermögliche allen Kreaturen Leben, sagte Keller. Der Paradiesgarten sei aber kein Schlaraffenland. Als Mitarbeiter Gottes habe der Mensch die Aufgabe, die Schöpfung zu bewahren. Sie sei Sinn des Lebens und Grund der Hoffnung. Indem Menschen sich als Mitarbeiter Gottes für Versöhnung und Frieden engagierten, arbeiteten sie an der Zukunft der Welt.
Wenn Jesus von schönen Gärten spreche, so deswegen, weil er in und mit der Natur gelebt habe, hob Kaiser hervor. „Jesus war kein Stubenhocker. Er war Wanderprediger auf dem Feld, in der Wüste, auf dem See Genezareth und auf Bergen. Die Weidenkirche auf dem Kaiserberg sei in alle Richtungen offen, für die Weite und den Blick auf Stadt und Wald, „in die unendliche Weite Gottes.“ Musikalisch gestaltete die Gruppe „Shalom“ unter Leitung von Maria Wagner-Herzer den Gottesdienst.
Dietmar Theiss, Vorsitzender der Freunde der Gartenschau, erinnerte daran, dass viele Mitglieder bereits zu den Erbauern der Weidenkirche gehörten. „Die Weidenkirche liegt uns am Herzen. Wir sind froh, dass sie so gut angenommen wird und die Menschen dem Ruf Gottes folgen.“ Mit einer Ausstellung, einem Film, Führungen und einer Gesprächsrunde erinnerten die Freunde der Gartenschau an die Entstehungsgeschichte der Weidenkirche. Walfried Weber, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Gartenschau überreichte Theiss Infotafeln zu Kirche, Glocke, Kreuz und Altar der Weidenkirche. Mit Führungen zum Meuth-Turm machte der Förderverein auf sein nächstes Projekt aufmerksam: Die bevorstehende Sanierung des Aussichtspunktes über das Gartenschauglände. (jsw)