Wie entstand der Garten biblischer Pflanzen in Kaiserslautern?
,,Bauen wir doch einen Garten Gottes!“ Mit dieser Idee begann im Jahr 1999 in Kaiserslautern die Arbeit an einem Projekt, das bis damals noch niemals Bestandteil einer Landesgartenschau in Deutschland war. Es handelte sich um einen ,,Garten biblischer Pflanzen“, kurz „Biblischer Garten“ oder „Bibelgarten“ genannt. Auf der 1. Rheinland-Pfälzischen Landesgartenschau 2000 in Kaiserslautern, die am 20. April ihre Pforten öffnete, ludt dieser ,,Garten biblischer Pflanzen" als ein Themengarten auf dem Kaiserberg zum Verweilen ein.
,,Für uns stand fest, wenn sich die Kirche an der Landesgartenschau beteiligt, brauchen wir etwas spezifisch Christliches,“ meinte Pfarrer Horst Sielaff, damals kirchlicher Beauftragter für die Landesgartenschau 2000. ,,Wir sind ja einerseits dabei kirchliche Symbolik zu verlieren, andererseits schießen esoterische Gruppen wie Pilze aus dem Boden,“ fügte Sielaff hinzu. Die christliche Kirche kann mit ihrer Symbolik an vorderster Stelle aber durchaus mithalten.“
Seit der 1. Rheinland-Pfälzischen Gartenschau sind Jahre vergangen. Der Bibelgarten in Kaiserslautern aber existiert immer noch als ein Hort der Besinnung und Geborgenheit. Wer ihn betritt, muss allerdings ein wenig Bereitschaft mitbringen, Bibel und Garten zueinander in Bezug zu setzen. Sonst nämlich wird er nur die akkurat geformten dunkelgrünen Zypressen als gelungenen Hintergrund für die kleinen Buchs umstandenen dekorativen Beete davor sehen..
Zur Symbolik
Diese Beete aber formen ein Mandala, das ein Kreuz ebenso symbolisiert wie den Kreis. Beides sind fundamentale Grundfiguren, gehören zu den am weitesten verbreiteten und auch ältesten Symbolen der Menschheit. Der Kreis gilt als Symbol des Absoluten und der Vollkommenheit, das Kreuz als Schnittpunkt zwischen Himmel und Erde. Und was das Mandala anbelangt, so ist es weder eine indische, noch eine tibetische Erfindung, sondern gilt vielmehr als eine Grundgestalt der Schöpfung. Mandalas stellen also eine für alle Menschen aller Kulturen fundamentale Grundfigur dar.
Die Pflanzen
In der Mitte des Mandalas steht ein Baum. Es ist – wie könnte es anders sein – ein Apfelbaum. In den kleinen Beeten, die sich rund um den Baum gruppieren, findet man beziehungsreiche Pflanzen aus den Ursprungsländern der biblischen Erzählungen. Getreide in Form von Weizen oder Gerste, Gemüse wie Zwiebeln oder Linsen, Gewürze und Kräuter wie Senf oder Oregano und Blumen und Wildkräuter wie Tulpen oder Salbei.
Der Garten wird rund um das Mandala komplettiert mit typischen biblischen Bäumen und Sträuchern. Rosen sind ebenso dabei wie Weinstöcke, Tamarisken, Zedern und Feigenbäume. Einige der Exponate werden, wie beispielweise der Olivenbaum oder der Granatapfel, wegen ihrer Frostempfindlichkeit in Containern aufgestellt.
Führungen
Ein kirchlicher Ort, auch einer im Freien, ruft immer auch zur Besinnung auf. Eine Oase der Stille will der ,,Biblische Garten" sein. Sitzgruppen aus roten Sandstein laden zum Verweilen ein, aber auch die offene, Schilf gedeckte Halle, getragen von hellen Rundsäulen. Hier finden Meditationen, Andachten oder Taufen statt. Was den Garten selbst anbetrifft, so gibt es Sonderführungen für Gruppen (nach Vereinbarung unter Telefon 0631-3503426, Preis 2 Euro pro Person + Eintritt Gartenschau, dazu sind Weinproben mit süffigem „Kaiserlauterer Bibelwein“ möglich).
Der ,,Biblische Garten" auf der Gartenschau in Kaiserslautern: Manche werden ihn vielleicht belächeln. Andere wiederum werden darin ein Stück von Gottes ewiger Schöpfungsgeschichte erkennen, die in der Bibel als uralte Menschheitsgeschichte festgehalten ist.
Uta Mayr-Falkenberg,
Koordinatorin für den Bibelgarten
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